Die Kaiserstraße in Wuppertal-Vohwinkel ist schon wieder dicht

Vohwinkel : Die Kaiserstraße ist schon wieder dicht

Für den Supermarkt Kaufland wird eine Linksabbiegerspur eingerichtet. Fahrer sind verärgert.

Ende des vergangenen Jahres hatten Bauarbeiten das Befahren der Kaiserstraße bereits zu einer Geduldsprobe gemacht. Die rund sechswöchige Maßnahme auf Höhe der Bissingstraße sorgte durch eine Baustellenampel für lange Rückstaus. Dabei wurden die Kanalanschlüsse für den gegenüberliegenden Kaufland-Supermarkt hergestellt. Außerdem musste die Fußgängerampel für dessen Zufahrt versetzt werden. Jetzt ist die Kaiserstraße in diesem Bereich erneut zum Nadelöhr geworden. Der Investor stellt dort eine Linksabbiegespur aus westlicher Richtung für den Markt her. Für Autofahrer bedeutet das einmal mehr Einschränkungen und Wartezeiten. Das betrifft auch den Schwebebahnersatzverkehr. Das Verständnis der Vohwinkeler für die Maßnahme hält sich in Grenzen.

„Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt wieder wochenlang im Stau stehen“, sagt Stefan Dickten, der regelmäßig mit dem Auto im Vohwinkeler Zentrum unterwegs ist. „Im Berufsverkehr reicht die Schlange bis nach Hammerstein“, beschwert er sich. Seiner Meinung nach hätten die Arbeiten zusammengelegt werden müssen. Laut Stadt sei das aus technischen Gründen allerdings nicht möglich gewesen. „Es können nicht gleichzeitig Kanalarbeiten stattfinden, während eine Linksabbiegespur gebaut wird“, sagt Sprecherin Martina Eckermann.

Neue Maßnahme müsse zwingend umgesetzt werden

Nach Fertigstellung des Kanalanschlusses und dem Verlegen der Ampel sei die Straße mit Rücksicht auf die verkehrsreiche Vorweihnachtszeit bewusst wieder freigegeben worden. Die neue Maßnahme müsse für die künftige Verkehrsführung zwingend umgesetzt werden, da der Einzug in den Kaufland-Markt bereits für Februar geplant sei. Dafür fallen auch einige Parkplätze weg. „Der Investor übernimmt die notwendigen Straßenarbeiten selber, sie sind aber eng mit uns abgestimmt“, erklärt die Sprecherin. Der Zeitrahmen sei dafür deutlich enger gesteckt, als bei der letzten Baustelle. Für deren Fertigstellung verging doppelt soviel Zeit, als ursprünglich angenommen. Das soll sich nicht wiederholen. „Wir hoffen, dass die Zufahrt in den nächsten Tagen fertig wird“, sagt Martina Eckermann.

Für Sebastian Belz, der in Vohwinkel ein Verkehrsplanungsbüro betreibt, sind die derzeitigen Staus ebenfalls ärgerlich. Die Maßnahme selbst sei aber sinnvoll. „Über den Zeitpunkt lässt sich natürlich streiten, aber ohne die Linksabbiegespur hätten wir künftig lange Rückstaus vor dem Kaufland“, erläutert er. Äußerst bedauerlich sei allerdings das Fehlen einer rückwärtigen Erschließung in Richtung Park-and-Ride Platz. „Das würde die An- und Abfahrtssituation für die Kunden deutlich entschärfen“, findet Belz.

Eine entsprechende Anbindung war in den ursprünglichen Plänen des Investors zumindest fußläufig vorgesehen, wurde aber später wieder verworfen. Schade findet Sebastian Belz auch, dass bisher keine Bushaltestelle direkt vor dem Kaufland geplant ist. Die nächste Haltestelle der Linie 631 liegt rund 200 Meter weit entfernt. „Angesichts der zu erwartenden Kundenströme ist das Fehlen einer direkten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr unverständlich“, urteilt Belz.

Derweil hofft auch der Vohwinkeler CDU-Ratsherr Mathias Conrads, dass die Arbeiten für die Linksabbiegespur bald abgeschlossen sind. „Durch die Rückstaus komme ich kaum noch aus meiner Ausfahrt“, berichtet der direkte Anlieger. Er hat ebenfalls Verständnis für die Notwendigkeit der Maßnahme. „Es wäre aber schön gewesen, wenn Politik und Anwohner im Vorfeld informiert worden wären“, so Conrads.

Das sieht auch Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) so. „Insbesondere eine Auskunft über die Dauer der Arbeiten wäre wichtig gewesen“, lautet seine Meinung. Doch auch wenn der Verkehr vor dem Kaufland demnächst wieder flüssiger fließen kann, wird sich erst nach der Eröffnung des Marktes zeigen, wie sich die zusätzlichen Verkehrsströme letztendlich auf das Vohwinkeler Zentrum auswirken. Laut einem Gutachten der Stadt könnte es gerade im Bereich Kaiserplatz eng werden. Notfalls drohen dann dort Linksabbiegeverbote.

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