1. NRW
  2. Wuppertal

Aldi-Kita-Kombibau:Wuppertaler Politik bringt Planverfahren auf den Weg

Stadtentwicklung : Wuppertaler Politik bringt Aldi-Kita-Kombibau auf den Weg

Der Stadtentwicklungsausschuss spricht sich für den Aufstellungsbeschluss aus. Die Größe der Außenfläche wird aber Thema bleiben.

Das Planverfahren für den Aldi-Kita-Kombibau an der Briller/Bayreuther Straße läuft an: Der Stadtentwicklungsausschuss hat sich für das Projekt ausgesprochen. Allerdings ist der am Donnerstag gefasste Aufstellungsbeschluss nur der allererste Schritt. Politik und Bürger können sich noch einbringen. Bereits jetzt dürfte es klar sein, dass die Größe der zukünftigen Außenfläche Thema bleiben wird.

Grundsätzlich sei eine Kooperation wie in diesem Fall zwischen Aldi und der Stadt aber in Ordnung, wenn „beiderseitig die Interessen gewahrt werden“, erklärte Michael Müller (CDU), Vorsitzender des Stadtentwicklungsauschusses. Dass es in diesem Fall um einen Kombi-Bau aus Discounter und Kita gehe, was Baudezernent Frank Meyer als „Prototyp“ bezeichnet hatte, „ist neu“. In der Vergangenheit habe es aber, so Müller, schon mehrfach gemeinsame Planungen gegeben, unter anderem beim Aldi-Markt am Unterdörnen. Dass Aldi „aufrüsten“ und seine Verkaufsfläche an der Briller Straße von 800 auf 1200 Quadratmeter aufstocken will, sei, so Müller, nachvollziehbar, seitdem Lidl einen neuen Markt an der Nevigeser Straße plante. Einen „Deal“, wie einige Kritiker es nannten, sieht er nicht.

Was die Diskussion um die Außenflächen angeht, hält sich Müller zurück. Das sei gar nicht so sehr Thema in seinem Ausschuss gewesen. Konkret ist geplant, dass sowohl die Kita an der Bayreuther Straße als auch der angrenzende Aldi-Markt an der Briller Straße abgerissen werden. Aldi errichtet einen Kombi-Bau mit getrennten Zufahrten. Sowohl Kita (von zwei auf fünf Gruppen) als auch Discounter werden größer – zu Lasten der Außenfläche, die von mehr als 2000 Quadratmeter auf etwa 1200 verringert wird.

Diese Planung bei einer deutlich größeren Zahl von Kindern (bis zu 100 statt 40) hatte in der Bezirksvertretung Elberfeld-West für Unmut gesorgt. Auch bei der Elternschaft kam das nicht gut an. Doch ob sich an der Flächengröße noch etwas ändern kann, ist offen. Eine Verringerung der Parkplätze lehnt Aldi auf WZ-Anfrage bereits ab. Auch dass nur für vier statt fünf Gruppen gebaut wird, ist unwahrscheinlich. Michael Neumann, bei der Stadt für die Kitas zuständig, wies in der BV-Sitzung mehrfach auf den Bedarf im Quartier hin, der in Zukunft eher noch steigen werde.

Sowohl in der BV als auch im Jugendhilfeausschuss wurde auch die Idee einer Tiefgarage ins Spiel gebracht, um Fläche zu sparen. „Das Dach einer solchen Tiefgarage könnte nach ökologischen Gesichtspunkten begrünt und auch als Spielfläche und Erholungsfläche genutzt werden“, erklärte Dirk Krüger, der für die Linken im Ausschuss sitzt. „Man könnte mit den Kindern gar einen kleinen Gemüsegarten anlegen. Aldi hat das ja schon mit der Begrünung einiger seiner Flachdachbauen praktiziert und viel Lob dafür bekommen. Wir hätten zudem keine weiteren Flächen versiegelt und einen Beitrag zum städtischen Klimaschutz erreicht“, ist er überzeugt. Eine Mehrheit fand sein Vorschlag nicht. Er solle aber, so Krüger, in die Gespräche mit Aldi einfließen. Allerdings habe die Stadt schon deutlich gemacht, dass sie wenig Chancen aus Kostengründen sehe, ärgert er sich.

Was den Zeitplan angeht, rechnet die Stadt mit Baurecht im dritten Quartal 2021. Das kommende Kita-Jahr 2020/21 wird das vorerst letzte an der Bayreuther Straße sein. Für die Bauzeit werden die Kinder der aktuell noch zwei Gruppen in eine andere, nahe gelegene Kita integriert. Dort sollen auch die vertrauten Erzieherinnen tätig sein, erklärt Neumann gegenüber der WZ. Das sei den Eltern bereits mitgeteilt worden. Ähnlich sei die Stadt auch an der Dahler Straße vorgegangen, wo die Kita von zwei auf sechs Gruppen erweitert wurde.