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Wuppertaler Straßenverkehrsamt muss riesigen Corona-Stau abarbeiten

Autozulassung : Wuppertaler Straßenverkehrsamt muss riesigen Corona-Stau abarbeiten

Seit Wochen bilden sich vor allem in der Zulassungsstelle lange Staus, und es summieren sich die Wartezeiten.

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise wurden in vielen Städten die Straßenverkehrsämter geschlossen. In Wuppertal lief der Betrieb unter Schutzauflagen weiter. Allerdings bilden sich seit Wochen vor allem in der Zulassungsstelle lange Staus, und es summieren sich die Wartezeiten: Aktuell auf 20 Tage für Privatkunden sowie auf sechs Tage für die Zulassung eines Fahrzeugs durch gewerbliche Kunden oder Zulassungsbetriebe.

Mit einer baulichen Ausweitung des Empfangsbereichs will die Stadt nun einen Engpass beseitigen und den Service wieder hochfahren. Das ist dringend notwendig, denn eigentlich ist im März/Anfang April Hochsaison in der Zulassungsstelle. Wegen des Lockdowns in der Coronakrise besteht aktuell großer Nachholbedarf.

Ab dem kommenden Montag sollen die Kapazitäten in allen Bereichen hochgefahren werden, damit die Staus abgebaut werden können. „Wir schieben eine große Bugwelle vor uns her, die in anderen Städten, wo der Betrieb über Wochen komplett eingestellt wurde, noch größer ist“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. Vor der Coronakrise wurden im Schnitt 841 Fahrzeuge pro Woche zugelassen, aktuell können 541 Anträge bearbeitet werden. Ziel ist es, die Kapazität pro Woche auf 900 zu steigern. Ähnlich ist die Entwicklung bei der Ausstellung von Führerscheinen. Die Zahl ging auf dem Höhepunkt der Krise von 274 auf 122 zurück und soll jetzt auf 300 erhöht werden.

Der Engpass entsteht
im Anmeldebereich

„Abstand halten“ heißt weiterhin das Gebot der Stunde an der Müngstener Straße. Daher wird die strikte Trennung zwischen dem Kundenbereich (Front-Office) im Erdgeschoss und dem Großraumbüro (Back-Office) für die Sacharbeiter im ersten Stock bestehen bleiben. Zum ersten Stock hinauf führt eine enge Treppe, die nicht für einen Zweirichtungsverkehr geeignet wäre. Johannes Slawig dankte Axel Heinemann, Leiter des Stadtbetriebs Straßenverkehrsamt, und Abteilungsleiterin Martina Grave, dass sie und ihre 23 Mitarbeiter eine schnelle und preisgünstige Lösung gefunden haben, um den Engpass im Eingangsbereich beseitigen. „Zum 1. Juni haben wir einen Lagerraum gleich nebenan gemietet und mit Mobiliar aus dem Bestand eingerichtet. Mit Unterstützung des Gebäudemanagements können wir nun einen zweiten Eingang und einen weiteren Schalter anbieten“, erklärt Axel Heinemann.

Martina Grave berichtete, dass die Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes an Samstagen freiwillige Zusatzschichten einlegen, um den Stau abzubauen. Von einer Flaute bei den Neuanmeldungen könne keine Rede sein. Mit bis zu 280 Zulassungen durch die Händler pro Tag wurden in der Krise Höchstwerte erzielt, am Dienstag waren es 190. „Dabei handelt es sich überwiegend um Gebrauchtwegen, bei den Neuwagen zieht es erst jetzt wieder an“, sagt Martina Grave.

Nach wie vor müssen Termine online über wuppertal.de gebucht werden, und die Dienstleistungen können nur per EC-Cash bezahlt werden. Einen ganz normalen Betrieb wie vor der Coronakrise wird es trotz der Ausweitung von drei auf vier Annahme- und Ausgabeschalter nicht geben, denn Maskenpflicht gilt für alle Kunden. Abstand zu halten, ist in der knapp bemessenen Wartezone Pflicht.

Martina Grave verspricht den Wuppertalern, dass in den kommenden Wochen mehr freie Termine als zuletzt ins Internet gestellt werden. Aktuell ist viel Geduld gefragt: Wer am Dienstag, 9. Juni, einen Termin vereinbaren wollte, wurde bis auf Donnerstag, 9. Juli, vertröstet. „Es hat Beschwerden gegeben, was nachvollziehbar ist. Es wird alles getan, um die Warteschlangen zu verringern“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig.