1. NRW

Triathletin trainiert ihr Stehvermögen

Winterlaufserie : Triathletin vor jedem Lauf nervös

Die Hildener Winterlaufserie endet mit dem Halbmarathon über 21 Kilometer. Triathleten wie Ute Spicker machen mit.

Ein nervöses Lächeln zeichnet sich auf Ute Spickers Gesicht ab, kurz vor ihrem Start. Obwohl die 58-jährige Triathletin seit über 20 Jahren aktiv an Wettkämpfen teilnimmt, ist sie vor jedem Lauf nervös, gesteht sie. Dieses Jahr ist die Aufregung bei der Hildener Winterlauf-
serie sogar noch größer. Aufgrund einer Verletzung musste Spicker seit vergangenem August pausieren. Nur langsam hat sie ihr Trainingspensum in den vergangenen Wochen aufgenommen, die Winterlaufserie der Hildener AT ist ihr erster Wettkampf. Sie weiß, dass sie ihre Bestleistung noch nicht abrufen kann und trotzdem wollte sie antreten, zur Vorbereitung auf die Saison 2020 – als Höhepunkt will sie im April bei der Duathlon-Europameisterschaft in Alsdorf starten. „Ob das klappt, weiß ich noch nicht“, sagt Spicker. Doch der Ehrgeiz ist da, der Wille sowieso und die Freude darauf groß.

Den ersten Winterlauf der Saison wollte sie sich auch nicht entgehen lassen. „Seitdem es den Neanderland Cup gibt, ist die Serie in Hilden für mich eigentlich verpflichtend“, sagt die Mettmannerin, die im Team Essen 99 mitläuft. Als Vorbereitung habe sie versucht, „jeden Tag mindestens zehn Kilometer zu laufen“, erzählt die 58-Jährige. Den ersten Wettkampftag mit einer Strecke von zehn Kilometern absolvierte sie an jenem frostigen Sonntag im Januar in einer Zeit von 44:37 Minuten. Den zweiten Lauf über 15 Kilometern beendete sie vor zwei Wochen im Regen in 1:08:12 Stunden und kletterte in der Gesamtwertung vom 79. auf den 65. Platz. Im Frauen-Feld fiel sie dagegen von Rang acht auf Rang neun ab. Nun also der abschließende Lauf, 21, 1 Kilometer – ein Halbmarathon durch den Hildener Stadtwald.

Kurzzeitig steht der Lauf vor dem Abbruch: Ein stürmischer Wind zieht über Hilden, die Nachwehen von Sturm Sabine oder Vorboten Victorias. Doch die Veranstalter der HAT entscheiden sich für den Startschuss, sodass sich nach den Bambini, der Jugend und den Teilnehmern der kleinen Serie auch die Läufer der großen Serie gegen Mittag zum letzten Mal in der dreiteiligen Winterlaufserie auf den Weg machen und flott trabend in den Wald
verschwinden.

Nach einer knappen Stunde und 15 Minuten erreicht der erste Läufer das Ziel. Es ist Wolfgang Lenz vom Rhein-Marathon Düsseldorf. Im Minutentakt laufen die nachfolgenden Sieger ein. Die erste Frau, die das Ziel erreicht, ist Nina Koopmann (Ayyo Team Essen) nach 1:29:42 Stunden. Knapp acht Minuten später kommt auch Ute Spicker als siebte Frau ins Ziel. In ihrer Altersklasse landet sie damit auf dem ersten Platz, in der Gesamtwertung der Frauen auf Rang sechs. Obwohl Spicker glücklich ist, die Serie verletzungsfrei geschafft zu haben, vollends zufrieden mit ihrer Leistung ist sie nicht. „Ich bin ein bisschen weg von dem, was ich eigentlich erwartet hatte“, gibt sie offen zu. „Doch im Moment ist es immer noch ein Herantasten. Es läuft noch nicht locker flockig. Am Ende war es doch ganz schön zäh. Doch im Großen und Ganzen stimmt mich das Ergebnis positiv.“

Das, was sie als Sportlerin ausmacht, ihre Wettkampfhärte und dass sie zum Ende hin noch mal anzieht, könne sie noch nicht abrufen. „Was mir dafür noch fehlt, ist Stehvermögen. Mir fehlen einfach noch Kilometer in den Beinen. Erst dann kommt auch die Sicherheit zurück“, erläutert sie.

Als Nächstes stehen für Spicker weitere Läufe des Neanderland Cups an. „Der Lauf in Venlo wird ein Highlight und dann hoffe ich, dass ich mich als Höhepunkt schließlich an die Duathlon EM in Alsdorf heranwagen kann“, erklärt sie. Der Plan für die nächsten Wochen ist klar umrissen.