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Wülfrath: „Ein Wülfrather für Wülfrath“

Wülfrath : „Ein Wülfrather für Wülfrath“

Bereits in der fünften Klasse träumte Andreas Seidler davon, Bürgermeister zu werden. CDU-Vorstand und Fraktion haben ihm den Weg geebnet, jetzt müssen noch die Mitglieder der Partei zustimmen.

Mit Andreas Seidler starten die Christdemokraten in die diesjährige Kommunalwahl. Sowohl Parteivorstand, als auch Fraktion haben sich während der vergangenen Haushaltsklausurtagung am letzten Wochenende einstimmig für den Wülfrather ausgesprochen, der bereits seit 16 Jahren CDU-Politik in Wülfrath macht. „Ich freue mich sehr über den Zuspruch aus den eigenen Reihen“, so Seidler anlässlich der gestrigen Pressekonferenz. Seidler ist seit 25 Jahren im Versicherungsbereich selbstständig, verheiratet und hat einen 17-jährigen Sohn. Und allein dieser Zustand schafft für den CDU-Kandidaten ein Alleinstellungsmerkmal. „Denn einen Bürgermeister mit Familie gibt es in der Geschichte Wülfraths, seit der Bürgermeister hauptamtlich eingeführt wurde, nicht“, weiß Fraktionsvorsitzender Axel Effert, der in Seidler den richtigen Mann für Wülfrath sieht. „Er kommt aus Wülfrath, kennt die Menschen und die Vereinswelt und weiß, wie der Stadtrat arbeitet. Das sind alles Vorteile, die für ihn sprechen.“ Letztlich entscheiden allerdings die Parteimitglieder Ende März, ob Seidler die Wahl zum Bürgermeisterkandidaten antreten wird.

Dass sich die Christdemokraten personell neu aufstellen, verriet Fraktionsvorsitzender Axel Effert ebenfalls. Die Liste der Kandidaten ist mit rund 25 Personen im Alter zwischen 20 und 72 Jahren gut gefüllt. Auch zehn Frauen lassen sich unter den ersten 23 Plätzen finden. „Unser Ziel ist es natürlich, alle Wahlkreise direkt zu holen“, hofft Effert, der in diesem Zusammenhang auch die prekäre Haushaltssituation ansprach.

Die Schaffung von Wohnraum
ist laut Effert ein wichtiger Punkt

„Wir sind mit den Haushalt nicht glücklich“, so seine Worte. Dass aber auch die Verwaltung mit dem Ergebnis des Planentwurfs nicht glücklich sein dürfte, gab er ebenfalls zu bedenken. Auf ausschließlich kurzfristige Lösungen setzt die CDU Wülfrath nicht. Vielmehr müssten die Stellschrauben mittel- bis langfristig richtig gestellt werden. Ein wichtiger Punkt stellt für Axel Effert beispielsweise die Schaffung von Wohnraum dar. „Womit wir bei der vom Stadtrat verabschiedeten Strategie 22 Plus wären, an der wir noch immer festhalten wollen“, so Effert. Mehr Wohnraum schafft für den Fraktionsvorsitzenden auch gleichzeitig mehr Arbeitsplätze, mehr Einkaufsmöglichkeiten und ein Mehr an Steuereinnahmen für die Stadt. Dass sich beispielsweise am Sportplatz Düssel, am Düssler Tor oder in anderen innerstädtischen Bereich Baulücken für solche Vorhaben finden lassen, gab Axel Effert ebenfalls zu bedenken. „Man muss nicht automatisch auf das freie Feld. Wir können auch Lücken schließen.“ Landtagsabgeordneter Martin Sträßer untermauerte Efferts Aussage mit Zahlen.

So lässt sich Wülfrath im Bereich Gewerbesteuereinnahmen auf Platz acht (von zehn kreisangehörigen Städten) wiederfinden und weist ein Anteil von 473 Euro pro Einwohner auf. Auch bei der Einkommenssteuer (551 Euro pro Einwohner) und der Grundsteuer B (198 Euro pro Einwohner) fällt das Ranking nicht anders aus. „Wülfrath findet sich immer unter dem Durchschnitt wieder“, weiß Sträßer. Lediglich die Personalausgaben liegen pro Einwohner deutlich über dem Durchschnitt. „Die Stellenplanentwicklung ist nicht rückläufig, wie von der Verwaltung oft vermittelt. „Wir können keine Kürzungen erkennen.“ Kritik an der Verwaltung gab es von Seiten der CDU ebenfalls. Mittelbereitstellungen für Gutachten, die laut Axel Effert auch von eigenen Experten erstellt werden könnten, lassen sich laut dem Fraktionsvorsitzenden immer wieder im Planentwurf finden. Und dann wäre da noch das ehemalige VHS-Gebäude. „Auch wenn wir uns nicht gegen die Initiierung eines Vereinshauses verwehren, hätte der Verkauf des Gebäudes dem Haushalt gut getan“, sind sich die Herren sicher.