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Kreis Neuss: Erfolgsteams für den Garten

Kreis Neuss: Erfolgsteams für den Garten

Integration: Bei "Schnitt-Gut" arbeiten behinderte Menschen als Landschaftspfleger.

Rhein-Kreis Neuss. Daniel Reuleke arbeitet sehr konzentriert. "Der Kunde soll zufrieden sein. Deswegen ist es wichtig, dass wir auf den Zentimeter genau arbeiten", erklärt der junge Mann, hält einen Augenblick inne und begutachtet eine Ausschachtung für einen Gartenweg, die er und seine Kollegen in einem Privatgarten in Driesch graben. Angesichts der Begeisterung und der Genauigkeit, mit der der Rommerskirchener und seine Kollegen Oliver Kaselow und Uwe Schulz aus Neuss ihrer Arbeit nachgehen, fällt es schwer zu glauben, dass die drei in grüne Latzhosen gekleideten Arbeiter Teil eines integrativen Projekts sind. Was sie an einem Vormittag zustande gebracht haben, kann sich sehen lassen und ist alles andere als eine Hilfsarbeit, sondern erfordert Augenmaß, exakte Planung und Muskelkraft gleichermaßen.

Seit gut einem Jahr existiert das von der Aktion Mensch geförderte Integrationsunternehmen Schnitt-Gut als gemeinsames Projekt der Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) und den Augustinus-Kliniken. Das Prinzip ist für jeden nachvollziehbar, der bereits ein Beet oder einen Blumenkasten bepflanzt hat: Menschen mit Behinderungen sollen durch die gemeinsame Arbeit in Gartenanlagen und Parks Erfolgserlebnisse sammeln und am ersten Arbeitsmarkt teilhaben.

Die sieben Mitarbeiter der 18-köpfigen Belegschaft konnten bei den Gemeinnützigen Werkstätten erste praktische Erfahrungen im Umgang mit Gartenwerkzeugen und Schergeräten sammeln.

Schnitt-Gut erledigt Aufträge im Rhein-Kreis Neuss, aber auch in den benachbarten Großstädten wie Düsseldorf, Mönchengladbach und Solingen.

"Im Wesentlichen werden öffentliche Flächen gepflegt, doch es kommen auch reichlich Aufträge von Privatpersonen", erklärt Wilfried Gaul, Geschäftsführer der Augustinus-Kliniken. "Die haben dann meistens irgendwo unsere Leute in Aktion gesehen, finden die Idee gut und wollen sie unterstützen." Stefan Muhr, Betriebsleiter der Schnitt-Gut: "Dabei schrecken wir auch nicht davor zurück, Anlagen bis 300000 Quadratmeter Grundfläche zu übernehmen." Immerhin eine Fläche von viereinhalb Fußballfeldern.

Bei privaten Auftraggebern kämen schon mal Fragen nach der Art der Behinderung, so Muhr. "Doch meistens fällt das den Leuten gar nicht auf." Denn die Qualität der Arbeit sei keineswegs eingeschränkt. "Im Gegenteil, unsere Mitarbeiter sind motiviert und konzentriert."

Bei dem Erfolgstrio Reuleke, Kaselow und Schulz ist das gut zu beobachten. "Die Arbeit macht einfach Spaß", sagt der 29-jährige Daniel Reuleke. "Es ist ein schönes Gefühl, wenn einem der Kunde auf die Schulter klopft und sagt, das hätte man gut gemacht", sagt sein 22-jähriger Kollege Oliver Kaselow. Er hat erst ein Praktikum bei Schnitt-Gut gemacht, das ihm der Integrationsfachdienst vermittelte. "Doch schon am ersten Tag habe ich gemerkt, dass das etwas für mich ist."