Meerbusch: Mit dem Fensterputzer unterwegs

Der Frühjahrsputz steht an : Profi putzt den Winter weg

Frühjahrsputz ist angesagt. Oliver Ross ist Putz-Profi und gibt Tipps, wie man richtig reinigt.

Bloß nicht verreiben. Oliver Ross wird ganz hektisch, wenn er das hört. Rotwein im Teppich – klassischer Fall. Soll man da nicht Salz drauf streuen, weil das Salz die Flüssigkeit bindet? Nein, sagt der Profi. Mit Wasser ausspülen? Auf gar keinen Fall. Maximal Papiertücher drauflegen und die Flüssigkeit aufsaugen. Aber ansonsten: „Immer den Profi rufen.“ Das ist sowieso sein Tipp – natürlich nicht ganz uneigennützig – bei allen Flecken-Problemen, die man bei ihm abfragt. Denn Profis wie er hätten eben alle Geräte wie zum Beispiel das Sprühextraktionsgerät gegen Rotweinflecken dabei, hätten besondere Flüssigkeiten und die Kenntnis von Stoffen und Materialien. Schokocreme auf dem Sofa? Da kommt er mit Rasierschaum und wieder seinem Sprühextraktionsgerät. Nach 30 Minuten sei alles sauber.

Kaugummi im Teppich? Da kommt er mit seinem Eisspray. Verdrecktes Dach des Wintergartens? Da holt er seinen Osmose-Reiniger raus, der das normale Wasser über einen Filter aufbereitet. Damit würden dann auch die letzten Reste des Winters vom Wintergartendach verschwinden. Es ist Frühling – und nichts nervt mehr als die Schlieren des Winters auf den Fenstern. Das sieht Jürgen Karnstädt aus Bösinghoven auch so.

Zumal er und seine Frau Jutta eine ziemlich große Fensterfront an ihrem Haus haben. Schon lange haben sie Oliver Ross als ihren Fensterputzer engagiert, der ratzfatz die Scheiben mit Wasser bedeckt und wiederum ratzfatz mit der Gummilippe abzieht. Alles strahlend sauber. Hat er irgendeinen Geheimtipp beim Fensterputzen? Ross grinst: „Wasser drauf, dann abziehen, am besten in der Acht,“ sagt er und macht die dafür typische Handbewegung. Das sei keine hohe Kunst. Der Düsseldorfer kennt sich aus im Gewerbe der Gebäudereiniger – obwohl er als Musikalienhändler anfing und in der Branche viele Jahre
arbeitete.

Als er in einem Fachgeschäft an der Kölner Straße in Düsseldorf arbeitete, half er dort zusätzlich samstags dem Fensterputzer. Als der Musikalienhandel schließen musste, wechselte Ross die Branche. Bei verschiedenen Firmen lernte er alle Tricks und Kniffe in Sachen Reinigung, bis er sich vor fünf Jahren selbstständig machte. „Ich habe einfach auf allen Facebook-Seiten in Meerbusch gepostet, dass ich Fenster putze.“

Warum Meerbusch? „Hier komme ich ohne Stau hin, habe keine Knöllchen, kann gut bei meinen Kunden vor der Tür parken, fahre wunderbar durch die Landschaft.“ Außerdem gebe es in Meerbusch relativ viele Besitzer von Eigenheimen, also potentielle Kunden für den Fachmann. 1000 Kunden hat er mittlerweile in der Region, 40 000 Kilometer fährt er im Jahr, um sie alle zu bedienen. Die meisten davon wohnen in Meerbusch und Kaarst, aber einige auch in Düsseldorf. Zum größten Teil putzt er bei seinen Kunden die Fenster, aber er reinigt natürlich auch Polster und Teppiche, Solaranlagen und Wintergärten.

Immer mit im Gepäck: Bremsscheibenreiniger für die ganz hartnäckigen Flecken, Rasierschaum, Gallseife, Spüli, Sanitärreiniger und verschiedene alkalische Grundreiniger, eine Leiter – und dann einfach nur noch seinen Wassereimer und den Abzieher.

Mehr von Westdeutsche Zeitung