Bahnunterführung in Meerbusch kostet 33 Millionen Euro

Investition von 33 Millionen Euro : Bahnunterführung interessiert Osterather

450 Osterather kamen zur Vorstellung der Pläne in die Schule am Wienenweg.

Als Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage die 450 Besucher der Bürger-Information am Mittwochabend mit den Worten „über dieses Thema diskutieren wir schon seit 30 Jahren“ begrüßte, mussten viele im Saal lachen. 30 Jahre? Die Diskussion über eine Bahnunterführung ist schon älter. Denn schon 1914 sollte mit dem Bau einer zentralen Unterführung der Eisenbahnstrecke begonnen werden.

Aber egal, seit wann diskutiert wird: Entscheidend ist, dass jetzt gebaut wird. Jetzt ist Baustart des Jahrhundertprojekts, wie es auch oft genannt wird. 33 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, 5,8 Millionen Euro zahlt die Stadt Meerbusch. Der Planfeststellungsbeschluss wurde 2006, der offizielle Ratsbeschluss im Dezember 2017 gefasst. Anfang 2018 wurde dann die sogenannte Eisenbahnkreuzungsvereinbarung unterzeichnet. Spätestens 2024 soll die Unterführung fertig sein, danach werden die Übergänge zurückgebaut. Drei Partner sitzen bei diesem Bauprojekt in einem Boot: Neben der Stadt Meerbusch sind das die Deutsche Bahn Netz AG und StraßenNRW.

Jetzt wurden die Bürger zum ersten Mal im Detail informiert. Alle drei Projektpartner luden zur Info-Veranstaltung in die Schule am Wienenweg. Dass diese Information auf so viel Interesse stieß, überraschte dann doch alle. „Wir haben 300 Stühle aufgestellt“, so Mielke-Westerlage. Dass dann noch einmal 150 Besucher mehr kamen – trotz der tropischen Temperaturen – habe man nicht ahnen können. Weil der Saal so gut gefüllt war, konnten auch nicht alle bis in den letzten Winkel die zu kleinen Bilder an der Präsentationswand sehen und verstanden auch nicht alle Erläuterungen der Referenten. Deswegen gab es auch immer wieder zahlreiche Nachfragen. Vor allem persönliche Dinge sollten geklärt werden: wie man denn mit dem Fahrrad zum Bahnsteig komme, wann genau der Bahnverkehr eingestellt werde und man als Pendler nicht zur Arbeit komme. „Die genauen Sperrzeiten können wir heute noch nicht sagen“, so Projektleiter Konstantin Hepp.

Das Publikum applaudierte häufiger im Laufe des Abends

Er stellte das Bauprojekt detailliert vor. Gebaut werde in vier Bauphasen, wobei die erste bereits gestartet sei. „Wir haben schon angefangen.“ Im zweiten Abschnitt werde der Kreisel angelegt, im dritten unter anderem Stützwände und Ram- pen gebaut, im vierten würden die Übergänge geschlossen und zurück gebaut. Ob Aufzüge geplant seien, wollte ein Osterather wissen. Franz Knoblauch, ebenfalls von der Deutschen Bahn, dazu: „Entweder werden Rampen oder Aufzüge gefördert. Wir haben uns für die weniger störanfällige Variante, nämlich Rampen, entschieden.“ Denn die seien störungsfrei. Das Publikum applaudierte. Das tat es übrigens häufiger im Laufe des Abends – so, als wären alle erleichtert und froh, dass diese Baustelle nun endlich in Angriff genommen wird.

Ob es mit der Unterführung lauter oder leiser werde, wollte jemand wissen. Knoblauch: „Das Empfinden von Einzelnen kann ich nicht einschätzen. Ich weiß nur: Wenn die neue Brücke da ist, wird man den alten Schall vergessen haben.“ Er kündigte auf jeden Fall immer mal wieder auch nächtliche Arbeiten an, die sicherlich mit Lärm verbunden seien. Aber generell werde von 6 bis 22 Uhr gearbeitet.

Die einzelnen Straßenzüge nach dem Umbau stellte Gerlinde Quack von StraßenNRW vor. „Ich denke, dass das ganz gut wird“, schwärmte sie selbst, als sie die Bilder sah. Sie zeigte einen 3D-Film, in dem die Osterather regelrecht spazieren gehen und sich so vorstellen konnten, wie es demnach sein wird, unter dem Bahnhof durch zu gehen, oben wieder raus zu kommen, nicht mehr wertvolle Zeit vor der Schranke zu verbringen. Dieser Film soll in drei Wochen im Netz zu sehen sein, versprach Quack.

Einen Wermutstropfen hatte sie aber: „Es müssen vermutlich 50 Bäume gefällt werden, wir pflanzen aber nach und neu.“ So sollen unter anderem 7000 Quadratmeter im Bürgerwäldchen bepflanzt werden.

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