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Bewohner des Stodiekrings fürchten Lärm: Klage gegen Lagerhalle

Bewohner des Stodiekrings fürchten Lärm: Klage gegen Lagerhalle

Bewohner des Stodiekrings fürchten Lärm. Sie klagen deshalb gegen den Bau einer Lagerhalle, der bereits begonnen hat.

Kaarst. Eigentlich ist alles klar: Im Gewerbegebiet an der Industriestraße wird die Freifläche zwischen der Firma Hügen und dem Wohngebiet Stodiekring bebaut. Seit Anfang November wächst dort eine 1800 Quadratmeter große Stahlregallagerhalle der Firma LHS in die Höhe. Das Gerüst des Baus steht bereits. Darin sollen Stahlregale für Industrie und Gewerbe gelagert werden. Doch jetzt haben Anwohner Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingereicht. Sie werfen der Stadt vor, nicht ausreichend über Baupläne informiert und ihre Sorge vor Lärm nicht ernst genommen zu haben.

„Ein geeignetes Mittel wäre ein öffentlicher Bebauungsplan mit Beteiligung der Bürger gewesen. So wurde der Plan scheibchenweise ohne Rücksicht auf unsere Anliegen durchgedrückt. Da bleibt uns nichts anderes übrig, als zu klagen“, sagt Sabine Heilwagen, die zu den Klägern gehört. Dass mehr Lärm entstehen wird, als zumutbar, dessen ist sie sich sicher: „Natürlich wird die Anlieferung stören“, sagt Heilwagen, die am Stodiekring wohnt.

Ein paar Meter weiter steht Olaf Rössler, Geschäftsführer der LHS Vertriebsgesellschaft, vor dem acht Meter hohen Stahlgerüst und zuckt mit den Schultern: „Das im September durchgeführte Schallschutzgutachten war in Ordnung. Deshalb ist auch die Baugenehmigung erteilt worden. Das wurde den Anwohnern in einem gesonderten Termin seitens der Stadt mitgeteilt. Natürlich bauen wir die Halle jetzt auch zu Ende“, sagt Rössler — und hofft, bei günstiger Witterung in acht Wochen fertig zu sein. Was die Klage der Anwohner bringe, „muss man sehen. Wir sind zuversichtlich, alles richtig gemacht zu haben“. Seiner Firma war im Zuge der Klage eine Beiladung ins Haus geflattert.

Der Kaarster Unternehmer, der die Firma vor zehn Jahren gegründet hat, kann die Sorgen der Anwohner verstehen: „Gerade deshalb haben wir uns ja bei den Planungen besonders Gedanken über den Schallschutz gemacht“, sagt Rössler. Ein eigentlich als Außenbereich geplantes Gelände sei in einen Anbau umgewandelt worden. Auf einem weiteren schmalen Landstück sollen nur geringfügige Arbeiten vorgenommen und keine Sattelzüge entladen werden. Das Dach zur Straßenseite, an der die Anlieferung stattfinden soll, ist mehr als zwei Meter höher als die Rückseite. Das soll helfen, Lärm abzufangen. An der Vorderseite soll zudem ein Vordach angebaut werden. Die Geräte zum Be- und Entladen werden elektrisch statt mit Benzinmotor betrieben. Rund 120 000 Euro zusätzliche Kosten seien entstanden. Die Gesamtinvestition liegt laut Rössler im „hohen sechsstelligen Bereich“.

Wann die Klage bei Gericht behandelt wird, ist offen. Seitens der Stadt und des Verwaltungsgerichtes gibt es aufgrund von Betriebsferien bislang keine Stellungnahme zum Thema.