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Krippenspiel: Das Wunder von Bethlehem

Krippenspiel: Das Wunder von Bethlehem

In St. Martinus erzählen Kinder an Heiligabend die Weihnachtsgeschichte. Die WZ war bei der Generalprobe dabei.

Kaarst. „Die Stadt ist voll! In Bethlehem, da ist es nicht mehr angenehm. Ein jedes Haus ist überfüllt“, tönt es glockenhell aus mehr als ein Dutzend Kindermündern. Maria zieht ihr rotes Tuch über die Schultern, um sich vor der Kälte zu schützen. Mit Josef steuert sie das Wirtshaus „Zum fröhlichen Lämmchen“ an. „Ein Platz zum Schlafen reicht, und vielleicht ein wenig Wärme“, sagt sie. Ein hohes Pfeifen schrillt durch die Kirche, eine Rückkoppelung des Mikrofons. Pause.

„Das machen wir noch mal. Bis zum Ende dran bleiben. Ihr könnt es doch“, lobt Kantorin Annika Monz und setzt sich wieder an ihre Orgel. Seit mehr als zehn Jahren studiert die Kaarsterin mit den Fünf- bis Neunjährigen sowie mit den Zehn- bis 14-Jährigen für Heiligabend in St. Martinus ein Krippenspiel ein. Die Kleinen treten Heiligabend im Kindergottesdienst um 14.30 Uhr, die Großen um 17 Uhr auf.

„Psst, psst“, sagt einer der Hirten, Wirt Zacharias gähnt. Annika Monz hat ihre Schützlinge fest im Blick. Sitzt der Hut richtig? Wo ist das Jesuskind? Einige Kinder sind das erste Mal dabei, andere bringen schon Erfahrung mit — wie etwa Annika, die wieder in die Rolle von Josef schlüpft.

Charlotte spielt die Maria. Und Lampenfieber? Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, erklärt die Achtjährige. Bei der Generalprobe in der Pfarrkirche ist davon jedoch nicht wirklich etwas zu spüren. Die Liedtexte sitzen, und augenscheinlich macht das Spiel den Kindern großen Spaß. Wenn Maria und Josef nach einem Unterschlupf suchen und schließlich im Stall von Bethlehem fündig werden, wo das Jesukind geboren wird, macht sich schon während der Generalprobe weihnachtliche Stimmung in der Kirche breit.

Seit den Herbstferien hat Annika Monz die insgesamt fast 40 Kinder unter ihre Fittiche genommen, Texte und Lieder mit ihnen geprobt. „Bei den Älteren ist es natürlich schon ein wenig anders, sie bringen auch ihre Ideen für die Choreografie ein“, erzählt sie. Bei den Größeren, den „MarTeens“, fließt neben der traditionellen Jesusgeschichte auch noch eine Räuberepisode ein. „Die Bande will eigentlich dicke Beute machen. Das Ganze endet aber versöhnlich und der Bösewicht wird durch das weihnachtliche Geschehen bekehrt.“

Nicola Schwarzfeller ist die Erzählerin: „Gottes Engel trat zu Ihnen, die Klarheit des Herrn leuchtet. Euch ist heute der Heiland geboren“, sagt sie und der Kinderchor setzt mit einem fröhlichen „Gloria, Gloria“ ein.