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Feriennotfallbetreuung in der Jugendfreizeiteinrichtung in St. Tönis

Jugendfreizeiteinrichtung in St. Tönis : Der Regenbogenfuchs ist der Renner

Mit einem „Notfallferienprogramm“ ist das städtische Jugendfreizeitzentrum „Treffpunkt JFZ“ in die Sommerferien gestartet. Statt 30 Kinder pro Woche werden derzeit zehn in der Einrichtung in St. Tönis betreut.

Im großen Gruppenraum des städtischen Jugendfreizeitzentrums in St. Tönis „Treffpunkt JFZ“ geht es ruhig zu. Wo sonst an vielen langen Tischen 30 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sitzen und mit diversen Bastelarbeiten beschäftigt sind, haben sich gerade einmal zehn Kinder eingefunden, die mit Tonpapier, Scheren, Schablonen und Kleber hantieren.

„Unser Sommerferienprogramm war wie immer schon Anfang des Jahres ausgebucht. In den ersten zwei Wochen hätten wir jeweils 30 Kinder hier gehabt. Doch dann kam Corona, und alles wurde anders“, sagt Petra Schippers vom Leitungsteam. So gibt es nun quasi ein „Notfallferienprogramm“.

Sie und ihre Kollegin Anette Wackers schrieben die Eltern der angemeldeten Kinder an und baten zu prüfen, wer wirklich einen Platz benötigt. Schließlich musste die Teilnehmerzahl um die Hälfte reduziert werden, um die Corona-Schutzverordnung bei der Raumgröße zu erfüllen. Die Eltern seien sehr verständnisvoll gewesen und hätten wirklich überlegt, ob sie den Ferienbetreuungsplatz bräuchten oder ob es eine andere Lösung für die Betreuung ihres Kindes in den beiden ersten Ferienwochen geben könnte, lobt Schippers.

Letztlich waren es in der ersten Woche neun Kinder. Aktuell sind es in der zweiten Woche zehn junge Teilnehmer. Da es sich um eine feste Gruppe handelt, müssen die Teilnehmer keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, und auch die Mindestabstandsregeln greifen nicht.

Die Teilnehmerreduzierung war aber nicht die einzige Änderung im Rahmen des Sommerferien-Betreuungsangebots unter dem Titel „Natur als Erlebnis“. Eigentlich waren zwei Busfahrten geplant: Es sollte einen Ausflug zum Nabu-Naturschutzhof in Nettetal geben, und ein Besuch des Naturkundemuseums im Schloss Benrath in Düsseldorf stand auf dem Programm. „Dort war auch eine Rallye geplant“, berichtet Wackers.

Die geplanten Tagestouren mit den Kindern mussten ausfallen

Auf beide Touren verzichtete das Leiterteam des JFZ. Einen Ersatz gab es aber, und der kam bestens an: Die Kinder, ihre drei Betreuer sowie die beiden Leiterinnen waren in St. Tönis Minigolf spielen. Die Vorteilte lagen auf der Hand: Es mussten keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt oder ein Bus gebucht werden, und man unterstützte ein örtliches Angebot, das es ebenfalls durch Corona schwer hatte. Zum Abschluss des Ausflugs gab es noch ein Eis für alle.

Auch ansonsten zeigt sich das Team der städtischen Jugendeinrichtung flexibel und kreativ. Schippers und Wackers sind mit jeder Menge ausgefallener Bastelideen in das Notfall-Ferienprogramm eingestiegen, die bei den Kindern bestens ankommen. „Das Schönste war bisher der Regenbogenfuchs“, lautet die Meinung von Sofia. Sie deutet auf die fertigen Fuchsbilder, die nebeneinander auf der Fensterbank
stehen.

Das Bastelwerk dieses Morgens ist ein Fuchs, aus Tonpapier ausgeschnitten und auf Leinwand geklebt, dessen Rute wie ein Regenbogen leuchtet. Wobei es auch einige Füchse gibt, deren Rute in Blau- oder Rottönen erstrahlt. Dass der Fuchs der Bastelrenner ist, können auch Lukas und Phil ­bestätigen.

Aber ob der Schmetterling aus Transparentpapier, die mit Watte­stäbchen getupfte Pusteblume oder die Tiere im Wald, bei denen auf einer Holzleiste mit Schaschlikstäbchen ein ganzer Wald samt Tieren aus Tonpapier entstanden ist – das Basteln macht allen viel Spaß.

Und so freuten sich die Teilnehmer schon auf das Vogel-Mobile und die Regenbogenblume genauso wie auf den Frosch im Teich und die Bienenwabe inklusive Bienen – allesamt Arbeiten, die noch anstehen.

„Das Schöne bei der kleinen Gruppe ist, dass sich die Kinder viel besser kennenlernen. Es haben sich bereits Freundschaften gebildet, die über das Ferienangebot hinaus reichen“, sieht Schippers eine der positiven Seiten des reduzierten Ferienangebots. Sie selbst spricht davon, dass es für das Team ganz anders sei, mal mit einer solch kleinen Gruppe zu arbeiten. Der Kontakt zu einzelnen Kindern sei einfach intensiver.