Das Strandbad „De Wittsee“ wird verkauft

Das Strandbad „De Wittsee“ wird verkauft

Es gibt schon Interessenten für Gaststätte, Wohnungen und Minigolf-Platz.

Leuth. Seit seiner Errichtung 1934 war das Restaurant „De Wittsee“ stets im Familienbesitz. Nun soll das Strandbad verkauft werden, mitsamt der großen Uferfläche, den Wohnungen im Obergeschoss und dem Minigolfplatz. Grund: Die Inhaber Marliese und Helmut Oehlers sind mittlerweile 75 und 76 Jahre alt. Und Marlieses Sohn Jörg Höfer kann den Betrieb aus gesundheitlichen Gründen nicht fortführen.

„Der neue Besitzer könnte sofort starten“, sagt Guido Hoersch, der die Immobilie für die Oehlers veräußern soll. Bei Verkauf werde der Pachtvertrag mit Sohn Jörg in gegenseitigem Einverständnis aufgehoben. Und es gebe auch schon Interessenten, „sowohl für die einzelnen Bestandteile — also Gaststätte, Wohnungen und Minigolf — als auch für das gesamte Paket“, so Hoersch.

Für Marliese Oehlers wird der Abschied von ihrem Haus am De-Witt-See besonders schwer: Hier wurde sie 1937 geboren, hier hat sie ihr ganzes Leben lang gelebt. „Besonders vermissen werde ich die Leute, auch wenn ich gar nicht mehr so viel nach vorne in den Gastraum gehe“, sagt sie. „Und unser Schlafzimmer, mit Blick auf den See. Morgens scheint die Sonne hinein und gegen 5 Uhr kommt jeden Tag ein Rabe und weckt uns.“

Von allen Bäumen und Blumen möchte sie Bilder machen, bevor sie wegzieht. „Das wird sehr schwer.“ Mitgenommen werden aber in jedem Fall die Bali-Möbel, die bislang das Lokal zierten. „Und das Gemälde von meinem Vater“, sagt Marliese Oehlers.

Sein früher Tod 1959 traf die Familie schwer. Trotzdem ging es weiter, mit Marliese im Schankraum und Mutter Milla in der Küche. „Meine Mutter stand nie hinter der Theke“, erinnert sich Oehlers und fügt schmunzelnd hinzu: „Der einzige, dem sie morgens beim Putzen schon mal ein Bier gezapft hat, war Helmut.“ Mit ihm ist Marliese Oehlers seit Mitte der 1990er-Jahre in zweiter Ehe verheiratet.

Zum Schankraum kamen im Laufe der Jahre die große Veranda, der Saal und die Wohnungen im ersten Stock. Und noch immer haben die Oehlers Ideen: „Wir hatten schon Pläne für den Saal, wollten auf der Veranda einen Wintergarten schaffen und vielleicht noch einmal nach oben aufstocken“, sagt Helmut Oehlers. Aber nun müsse es gut sein. Solche Dinge umzusetzen, sei nun Sache der nächsten Besitzer.

Statt dessen will das Ehepaar so lange es geht schöne Reisen machen. „Zuletzt waren wir zwei Monate unterwegs, in Dubai, Bali und Singapur“, sagt Marliese Oehlers. Erstmal muss aber ein neues Haus gefunden werden. „Vielleicht in Kaldenkichen“, sagt Helmut Oehlers. „Da ist mein Kegelklub.“

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