Atelier-Projekt: Was Zirbenzapfen und Stahlreifen verbindet

Atelier-Projekt: Was Zirbenzapfen und Stahlreifen verbindet

Beim Internationalen Künstler-Symposium in Leuth-Busch wirken neun Künstler mit. Am Sonntag ist „Tag der offenen Tür“.

Leuth. Seifenblasen und Gänsegeschrei, Strichmännchen und Kokons: Absonderliche Welten erschließen sich die Künstler im Atelier „Busch 8“. Auf den ersten Blick. „Doch es verändert sich alles, wir wissen noch nicht, was dabei herauskommt“, erklärt Barbara Schmitz-Becker. Sie hat acht Kollegen aus mehreren Ländern zum achten Internationalen Künstler-Symposium zu Gast. Am Sonntag öffnen sie das Atelier für Besucher.

Es hat schon Tradition, dass im Sommer in Leuth-Busch eine internationale Künstlergemeinschaft miteinander lebt und arbeitet, jeder für sich im Austausch mit den anderen. „Wir wollen so ein Netzwerk schaffen“, erklärt Barbara Schmitz-Becker. Tatsächlich arbeiten manche Symposiums-Teilnehmer mittlerweile über Ländergrenzen hinweg weiter zusammen.

„Da wird noch was passieren“, deutet Brigitte Reichl aus München an. Sie will „Berge am Niederrhein installieren“, hat eine aufgeplusterte Strickleiter aus Plastiktüten verknotet, draußen eine endlose Reihe aus Zirbenzapfen gelegt. Was sich daraus entwickelt, soll der Austausch mit den Kollegen bringen.

Mit Ute Deutz aus Berlin zum Beispiel: „Ich setze Kreise inein-ander, vielleicht wieder auseinander, mal sehen“, sagt sie. Verflochten hat sie verschieden große Stahlreifen — vom Schrottplatz. Denn die Künstler arbeiten mit dem, was sie finden. Während Ute Deutz’ Ringe wie greifbare Symbole für die Paartherapie oder Trauerarbeit wirken, hängt bei Barbara Schmitz-Becker alles am seidenen Faden: Sie verarbeitet Maulbeerseiden-Kokons.

Dazu Papierarbeiten von Corine Boegel aus Holland, Fotokunst von Vladimir Kovarik aus Tschechien und Gaby Baltha aus Krefeld, die auch mit Seifenblasen arbeitet. Dirk Windbergs aus Viersen belebt Atelier und Garten mit Strichmännchen-Animationen und Klang-Installation, etwa mit Gänsegeschrei.

Geheimnisvoll indes bleibt nichts. Barbara Schmitz-Becker: „Wir laden Besucher ein, uns am Sonntag bei der Arbeit über die Schultern zu schauen, mit uns ins Gespräch zu kommen.“

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