Wer hat Herz für Karneval in Oedt?

Morgen gibt es ein Treffen für Bürger und Vereine, die sich für jeckes Treiben einsetzen möchten.

Oedt. Aschermittwoch ist nun schon ein paar Tage vorbei. Doch in Oedt macht man sich schon Gedanken, wie es mit dem Karneval dort in den nächsten Sessionen weitergehen kann. Daher soll es nun ein erstes lockeres Treffen am morgigen Mittwoch ab 19 Uhr in der Albert-Mooren-Halle geben.

Foto: Kurt Lübke

„Um den Karneval in Oedt neu aufzustellen, möchten wir einen Verein gründen. Dieser sollte dann alle zwei Jahre, das erste Mal in 2019, ein ähnliches Programm wie in Vinkrath auf die Beine stellen“, heißt es in einer Einladung, die auch in den sozialen Netzwerken geteilt wird. Angestoßen haben diese Initiative Christian Karpenkiel, Pächter der Albert-Mooren-Halle, und Marc Eichberg vom Verein Borussia Oedt.

Im Blick hat man besonders die Vereine, die sich auch schon um den Kostümball verdient machen. Vitus-Schützen, Feuerwehr, Borussia Oedt und die Kolpingsfamilie laden dazu traditionell am Karnevalssamstag in die Albert-Mooren-Halle.

Ob Vereinsmitglieder oder Vorständler, Privatpersonen oder Geschäftsleute — jeder Karnevalsjeck, der Interesse am Erhalt des närrischen Brauchtums in Oedt hat, ist zu dem offenen Treffen morgen eingeladen. Gesucht werden Menschen, die ein wenig Verantwortung übernehmen möchten und ein gewisses Maß an Organisationstalent mitbringen.

Noch sei alles offen, erklärt Christian Karpenkiel. Man wolle zunächst das Interesse an einem solchen Verein abklopfen. Doch es gebe auch die Möglichkeit, einen bereits bestehenden Verein zu übernehmen. „Der Karnevalsverein ruht seit etlichen Jahren. Wir haben schon Kontakt zu dem Präsidenten aufgenommen, der bereit wäre, den eingetragenen Verein an Leute abzugeben, die ihn weiterführen wollen“, so Karpenkiel.

Die Organisation des Oedter Karnevalszugs, der nach langer Pause von 2011 bis 2017 am Nelkensamstag durch die Straßen von Oedt und Mülhausen zog und sich großer Beliebtheit erfreute, soll durch den Verein auf mehrere Schultern verteilt werden und kein Ein-Mann-Projekt sein.

Zum Hintergrund: Die Truppe „Jecke Generations Oedt“ hatte sich bereiterklärt, die Nachfolge von Werner Hörschkes anzutreten. Dieser hatte den Zug mit der Interessengemeinschaft Oedt & Mülhausen als Verein im Rücken organisiert und wollte diese Aufgabe nach sechs Jahren in jüngere Hände geben. Im Herbst 2017 verkündete die Gruppe, dass sie keinen Straßenkarneval für 2018 in Oedt organisieren werde (die WZ berichtete). Es folgte ein Gespräch zwischen der Gemeinschaft „Perspektiven für Oedt“ und den „Jecken Generations“. Weil es dann so kurzfristig aber nicht ausreichend Freiwillige gab, um den Zug am Nelkensamstag zu organisieren, fiel er aus.

Doch Christian Karpenkiel und weitere Oedter — unter anderem aus der Initiative „Perspektiven für Oedt“ — arbeiten weiter am Erhalt des Brauchtums. Man suchte das Gespräch mit dem Vinkrather Karnevalsverein und entwickelte die Idee, dass sich Vinkrather und Oedter in Zukunft mit den Zügen abwechseln werden. In geraden Jahren würde der Rosenmontagszug in Vinkrath und in ungeraden Jahren der Nelkensamstagszug in Oedt ziehen. Um nun nicht zu viel Zeit zu verlieren, habe man jetzt schon ein erstes Treffen anberaumt, so Karpenkiel.