Tipps von einer Grefrather Ernährungsberaterin

Ostern in Grefrath : Eier sind „gut für das Yin und Yang“

Die Grefratherin Andrea Schmidt befasst sich mit Ernährungslehre aus Fernost.

Eier sind gut für das Yin und Yang unseres Körpers. Das sagt zumindest die Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TMC). Und das sagt Andrea Schmidt. Die Grefratherin ist Master of Chinese Dietetics. Mit der WZ hat die 54-Jährige über beides gesprochen: Eier und TMC.

Doch zunächst einmal die Frage, wie man zur Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin kommt. „Ich esse gerne und habe mich schon immer dafür interessiert“, sagt Schmidt. Doch sie fand nicht auf geradem Weg ihre Bestimmung. Nach dem Fachabitur wurde sie zunächst Zahnarzthelferin, Luft- und Verkehrskauffrau sowie Reiseleiterin. Prägend waren da sechs Jahre in Griechenland, wo sie als Reiseleiterin gearbeitet hat. „Vor allem die kretische Küche hat es mir angetan, die vielen Gemüse und Kräuter“, sagt Andrea Schmidt. Alles was die Natur hergibt und die „alten Griechen“ schon als gut befunden haben, kam bei ihr auf den Teller. Sie habe sich viel bei den alten Damen dort abgeguckt und auch kochen gelernt.

Wollte ihren Kinder keinen
„Müll“ zu essen geben

Und schließlich war sie 18 Jahre am Flughafen Düsseldorf tätig, arbeitete dort mit Kollegen aus aller Welt zusammen. Sie lernte deren Kultur kennen – und viele Gerichte. Als dann 2005 ihr Sohn zur Welt kam, habe sie endgültig den Entschluss gefasst, sich noch mehr mit Ernährung zu beschäftigen. Denn: „Es steht so viel Müll in den Regalen, den wollte ich nicht meinem Kind zu essen geben.“

Über einen Heilpraktiker in Hinsbeck, der sich mit TCM befasst habe, sei sie mit dieser speziellen Ernährungslehre bekannt geworden und begeistert gewesen. „Es war für mich so logisch, so einfach und für mich total richtig“, sagt die Grefratherin. Andrea Schmidt wollte tiefer in die Thematik eintauchen, weshalb sie eine Ausbildung  als Ernährungsberaterin nach den fünf Elementen am Shen Men Institut Düsseldorf absolviert hat.  „In der TCM wird mit den Elementen Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz gearbeitet“, erklärt Schmidt. Ganz so, wie viele dies vom Thai Chi her kennen.

Dann hat es sie nach Oberursel gezogen, wo sie an der Akademie Gesundes Leben ihren Master gemacht hat und eine Ausbildung als ärztlich geprüfte Ernährungsberaterin für Kinder. „Mein Lehrer war Professor Dr. Uwe Siedentopp. Der auf seinem Gebiet sehr bekannt ist“, sagt Schmidt.

„TCM wirft einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen“, sagt die 54-Jährige. Das westliche Ernährungsmedizin „hat eine Ernährung für alle Menschen“. In der TCM gebe es kein Kalorienzählen, keine Inhaltsstoffe. Und vieles sei wichtig, dass früher auch in unserer Kultur berücksichtigt worden sein. Wie beispielsweise eine warme Mahlzeit am Morgen. „Ich esse morgens Porridge mit Obst und anderen Zutaten, die mir lange ein Sättigungsgefühl und Kraft geben.“

Menschen, die zu ihr in die Beratung kommen, müssen zunächst ein Ernährungstagebuch für acht Tage führen. Dann gibt es ein intensives Gespräch mit einer Anamnese, die bis zurück in die Kindheit führen kann. „Dann ziehe ich mich in mein Kämmerlein zurück, werte alles aus und erstelle einen Ernährungsplan“, so Schmidt.

Die persönliche Ernährungssituation wird dann mit dem Patienten erläutert sowie die Änderungen besprochen. Es gibt eine Mappe mit einer schriftliche Dokumentation, Lebensmittellisten, die in Frage kommen oder besser gemieden werden sollten sowie Rezepte und Erklärungen zur chinesischen Diätetik.

Die nicht nur die fünf Elemente berücksichtigt, sondern auch mit Ying und Yang arbeitet. „Eier wirken sehr ausgleichend im Körper, sie tonisieren unser Ying, das heißt sie bauen unsere guten Körpersäfte auf und können gleichzeitig unser Yang, damit ist ein zu viel an Hitze gemeint, reduzieren und ausleiten“, sagt Andrea Schmidt. Den Ying-Mangel erkenne man unter anderem an Nachtschweiß, Unruhe und Schlafbeschwerden.

Dazu könne man  in der TCM-Ernährungsberatung Eier ganz wunderbar zum Aufbau von Blut einsetzen. „Den erkennt man an brüchigen Fingernägeln und Haaren, verschwommenem Sehen, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfen, Unruhe, Schlafstörungen und an Verstopfung“, sagt sie.  Übrigens erhöhten Eier nicht den Cholesterin-Wert, dies sei mittlerweile bekannt.

Den „goldenen
Mittelweg“ wählen

Wie bei allem, so Schmidt, sollte man den „den goldenen Mittelweg“ wählen. „Ein übermäßiger Genuss von Eiern kann zu einer so genannten Qi-Blockade führen, damit ist die Energie gemeint,  und Kopfschmerzen hervorrufen. Probieren Sie aus, was Ihnen gut schmeckt, und fühlen Sie nach dem Verzehr in Ihren Körper. Er gibt immer Antwort, ob es Ihnen gut bekommt oder nicht. Mit diesem Tipp steht dem Genuss des Ostereies nichts mehr im Weg.“

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