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"Mullewapp": Kommentar zum Umgang der Stadt Kempen mit betroffenen Eltern

Meinung : Beschämend

Bei aller Vorsicht im Umgang mit Informationen während laufender Ermittlungen hätte die Stadt Kempen die Eltern der Kita „Mullewapp“ frühzeitig informativ und beratend begleiten müssen.

Die Eltern der Kindertagesstätte „Mullewapp“ sind verzweifelt. Sie sind geschockt ob der mutmaßlichen Taten einer Erzieherin, der sie über mehrere Monate ihre Kinder anvertrauen mussten. Die Unsicherheit ist groß, ob ihren Kindern womöglich auch etwas zugestoßen ist. Ganz zu schweigen von den Eltern des zweijährigen Jungen, der gleich viermal mit Atemnot-Beschwerden im Krankenhaus behandelt werden musste.

Bürgermeister Volker Rübo hat am Montag zum wiederholten Mal sehr empathisch seine Anteilnahme ausgedrückt. Er hat dies gegenüber der Presse und nun auch im Jugendhilfeausschuss getan. Mit den Eltern selbst hat aber offenbar noch keine Führungskraft aus dem Kempener Rathaus gesprochen. Wenn das so ist, dann ist dieser Vorgang beschämend. Bei aller Vorsicht im Umgang mit Informationen während laufender Ermittlungen hätte die Stadt Kempen die Eltern der Kita „Mullewapp“ frühzeitig informativ und beratend begleiten müssen.

Dass Beigeordneter Bennet Gielen auf Anfrage im Ausschuss mitteilte, dass die Stadt dabei sei, die Kontaktdaten der Eltern zu sammeln, wirkt sehr weit hergeholt. Es dürfte jedem klar sein, dass in einem Kindergarten die Kontaktdaten der Eltern zur Verfügung stehen und womöglich schnell griffbereit sind.

Nun wird es höchste Zeit, dass die Stadtspitze auf die Eltern zugeht, um ihnen wieder ein gutes und sicheres Gefühl zu vermitteln. Um deutlich zu machen, dass die Behörde in dieser schrecklichen Zeit an der Seite von Eltern und Kindern ist.