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Kempener Schulcampus: Ludwig-Jahn-Platz wird zum heißen Wahlkampfthema

Schullandschaft Kempen : Projekt Schulcampus: Ludwig-Jahn-Platz wird zum heißen Wahlkampfthema

Die Grünen wollen für einen Neubau für die Gesamtschule alternative Standorte prüfen.

Es war schon eine Art Wende, die die Verwaltung Ende 2019 im Projekt Schulcampus vollzogen hat. Bürgermeister Volker Rübo präsentierte damals nach langem Hin und Her den Plan, den Ludwig-Jahn-Platz als Grundstück für den Neubau eines Schulgebäudes zu nutzen. Stattdessen will die Stadt am Sportzentrum, Berliner Allee, einen neuen Kunstrasen samt Laufbahn bauen. In weiten Teilen der Politik gab es Rückenwind für diese Idee. Allen voran drückte die CDU aufs Tempo, um schnellstmöglich eine Machbarkeitsstudie in Zusammenhang mit dem Ludwig-Jahn-Platz, einem möglichen Gesamtschul-Bau und einem neuen Sportplatz an der Berliner Allee auf den Weg zu bringen.

Diese Studie soll nun im Haupt- und Finanzausschuss (Dienstag) und im Stadtrat (23. Juni) auf den Weg gebracht werden. Für dieses Vorhaben gibt es jetzt noch einen zusätzlichen Antrag der Grünen. Die Fraktion will das Projekt auch mit Alternativen ohne Einbeziehung des Jahn-Platzes prüfen lassen. „Auch bei der weiteren Planung dürfen zukunftsorientierte, pädagogische Grundsätze und Nachhaltigkeit nicht außer Acht gelassen werden. Vor diesem Hintergrund ist die Aufgabe des Ludwig-Jahn-Sportplatzes schwer zu verkraften. Deshalb wollen wir, dass vor einer entsprechenden Entscheidung mögliche Alternativen geprüft werden“, steht in dem Antrag. Im Facebook-Post, in dem die Grünen den Antrag veröffentlicht haben, heißt es gar, dass man sich für den Erhalt des Ludwig-Jahn-Sportplatzes einsetze.

Trotz des Wunsches, die traditionsreiche Sportstätte erhalten zu wollen, betonen die Grünen, sich weiterhin für die Zukunft der Schullandschaft einzusetzen. Daher bringen sie auch einen Alternativ-Vorschlag ins Spiel. „Da die Turnhalle Wachtendonker Straße ,abgängig’ ist – auch unter Einbeziehung der gegenüberliegenden, maroden Pavillons des LvD –, stünde eine ausreichend große Fläche für den notwendigen Neubau der Gesamtschule (Jahrgänge 5-8) zur Verfügung.“

„In einem weiteren Schritt der Schulcampusentwicklung kann nach Sanierung der ehemaligen Erich Kästner Realschule ein Umzug des LvD in die dann zur Verfügung stehenden Gebäude erfolgen, um auch hier eine räumliche Beziehung zu ermöglichen“, so die Grünen. „In diesem Zusammenhang kann dann auch eine weitere Planung einer Sport- bzw. Mehrzweckhalle als Ersatz zur weggefallenen Turnhalle Wachtendonker Straße auf dem jetzigen Gelände des LvD erfolgen.“

Weil die Machbarkeitsstudie erst Ende Juni beschlossen werden soll, ist klar, dass der Jahn-Platz zu einem heißen Wahlkampfthema wird. Zumal auch der von SPD und Grünen unterstützte Bürgermeisterkandidat Christoph Dellmans den Platz nicht ohne genauere Prüfungen aufgeben will. „Die Planung zur Sanierung der weiterführenden Kempener Schulen darf nicht darauf beschränkt werden, dass eine neue Gesamtschule auf dem Ludwig-Jahn-Platz errichtet werden muss“, teilte der parteilose Stadtsprecher auf Anfrage der WZ mit. Es müsse in beide Richtungen geprüft werden: „Sowohl Neubau auf dem Ludwig-Jahn-Sportplatz als auch Sanierung und Erweiterung auf den vorhandenen Schulgeländen.“

Die CDU begrüßt via Facebook, dass mit dem Auftrag für die Machbarkeitsstudie ein „wichtiger Schritt zur umfangreichen Sanierung unseres Schulzentrums getan“ werde. Die Sympathien für die Idee von Bürgermeister Rübo und des Technischen Beigeordneten Torsten Schröder hatte die Fraktion bereits vor einigen Monaten kundgetan. Der große Wurf könne aber nur gelingen, wenn die Rahmenbedingungen passen. Damit sind unter anderem die Kosten gemeint: zum einen für einen Schulneubau, zum anderen für das Großvorhaben, an der Berliner Allee einen neuen Sportplatz zu bauen.

Der Hauptausschuss tagt am heutigen Dienstag ab 18 Uhr im Forum St. Hubert. Besucher müssen sich am Sitzungstag bis 12 Uhr anmelden: andrea.weiss@kempen.de. Weitere Informationen zur Tagesordnung:

kempen.de