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Kempen will mehr Kunden aus den Niederlanden

Tourismus in Kempen : Niederländer sollen in Kempen einkaufen

Zusammen mit Studenten der Fontys wird ein Marketingkonzept erarbeitet. Eine Tourist-Info ist geplant.

(hgs) In Kempen sollen künftig mehr niederländische Bürger aus der benachbarten Grenzregion einkaufen. Dafür entwickelt die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit Studenten der Fontys-Hochschule in Kempen ein entsprechendes Konzept. „Es gab schon drei Treffen. Wir wollen in enger Zusammenarbeit mit dem Werbering ein Marketingkonzept erarbeiten, wie niederländische Kunden verstärkt in die Innenstadt kommen können“, sagte Stefan von Laguna, Wirtschaftsförderer der Stadt Kempen, am Montagabend im Wirtschaftsausschuss des Rates.

Die Studenten wollen jetzt Kontakte zu den Kempener Einzelhändlern knüpfen und in der Innenstadt niederländische Passanten interviewen: „Mit diesen Informationen der Zielgruppen kann das Konzept weiter entwickelt werden. Wir sind schon auf einem guten Weg. Die ersten Ideen sind schon aufgegriffen worden“, erklärte von Laguna. In diesem Zusammenhang betonte der Wirtschaftsförderer bei den Haushaltsansätzen für seine Abteilung, dass die 20 000 Euro für einen Imagefilm über die Stadt Kempen wichtig seien: „Neben dem positiven Image für die Stadt ist das wichtig für die Fachkräftegewinnung der Unternehmen, die mit dem Film Werbung für den Standort machen können. Auch für den Einzelhandel und die Gastronomie ist das ein Vorteil, wenn weiter transportiert wird, welche tollen Einkaufs- und Gastronomie-Erlebnisse es hier gibt.“

Nach wie vor fehlt in Kempen ein Tourismus-Büro als Informationsstelle für Besucher. „Über dieses Thema reden wir schon sehr lange“, sagte Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos). Mal sei die Burg, mal das Kulturforum dafür im Gespräch gewesen, was aufgrund von Brandschutzmaßnahmen schwer umzusetzen sei. Eine Lösung könnte sich im Rathaus ergeben. „Wir haben einen externen Auftrag vergeben, mal alle Büros im Rathaus zu überprüfen, ob das hier möglich ist. Das Ergebnis soll bis Ende des Jahres vorliegen“, erklärte Dellmans. Wo jetzt das Rechtsamt untergebracht ist, sei mit dem Bau des Rathauses Anfang der 1970er Jahre ein Tourist-Informationszentrum integriert gewesen: „Gegebenenfalls können wir diese beiden Räume auf Dauer dafür nutzen. Die baulichen Grundlagen sind vorhanden. Es gibt einen barrierefreien Zugang und Toiletten. So könnten wir auch eine Zertifizierung beantragen.“ Der positive Effekt sei die zentrale Lage: „Durch die Planungen für das Radverkehrskonzept könnte man in dem Bereich, wo früher die englische Telefonzelle stand, einen Trinkbrunnen und eine Radladestation aufstellen.“ Der entsprechende Rathaus-Hintereingang befindet sich in der kleinen Gasse zwischen Judenstraße und Kirchplatz.