Afrika-Sammler sind verärgert über ihren Altstadtfest-Stand

Afrika-Sammler sind verärgert über ihren Altstadtfest-Stand

Der Verein „Regenbogen für Afrika“ beklagt deutlich weniger Einnahmen als sonst. Der Standort auf der Kuhstraße sei schuld daran.

Kempen. Aus Sicht des Werberings ist beim Altstadtfest am vergangenen Wochenende alles reibungslos gelaufen. Dieses Fazit hatte Vorsitzender Armin Horst gezogen (die WZ berichtete). Olaf Michels vom Verein „Regenbogen für Afrika“ kann diese Einschätzung nicht teilen. Er und seine Mitstreiter, die sich mit dem Verein für Kinder in südafrikanischen Townships einsetzen, wollten wie gewohnt viel Spendengeld auf dem Altstadtfest sammeln. Unterm Strich war aber am Ende deutlich weniger in der Spendendose als sonst. Der Grund: „Wir standen auf der wenig belebten Kuhstraße. Da war einfach nichts los“, so Michels.

In den früheren Jahren habe man stets einen prominenteren Platz im Umfeld des Buttermarkes bekommen. Seitdem mit „XDream“ ein kommerzieller Veranstalter verantwortlich sei, funktioniere das nicht mehr, so Michels: „Letztes Jahr wollten die uns in die Bestuhlung des Restaurants Traberklause stellen. Und jetzt sind wir auf der Kuhstraße gelandet.“ Der Verein habe rund 200 Euro weniger eingenommen als in den Vorjahren. „Das entspricht in Südafrika etwa 150 Broten, die wir nun nicht für Kinder kaufen können“, sagt der Kempener.

Ärgerlich findet Michels zudem, dass „XDream“ von karitativen Einrichtungen auch eine Standgebühr fordert. Auch das sei früher nicht so gewesen. „Jetzt müssen wir 59 Euro für das Wochenende zahlen“, sagt Michels. Besser laufe es übrigens bei den Weihnachtsmärkten, die bekanntlich ebenfalls von „XDream“ ausgerichtet werden. „Da ist es so, dass die Stadt Kempen einen Buttermarkt-Stand bereithält und diesen Non-Profit-Organisationen für Spendensammlungen oder andere Aktionen zur Verfügung stellt“, erklärt Olaf Michels.

Werbering-Chef Armin Horst kann den Ärger des Vereins „Regenbogen für Afrika“ verstehen. „Ich sehe ein, dass das nicht optimal ist“, sagt Horst auf Anfrage der WZ. Nur ändern könne er nichts.

„Die finanzielle Belastung durch die gestiegenen Sicherheitsvorschriften ist in die Höhe geschossen“, erklärt der Vorsitzende. Unter anderem die Anmietung der sogenannten Lkw-Poller zur Absperrung der Straßen verschlinge pro Fest tausende Euro. Daher müsse „X Dream“ sehen, dass viele Händler angelockt werden, die auch eine höhere Standmiete zahlen. Die Firma könne deshalb keine Stände auf dem Buttermarkt platzieren, für die Vereine 59 Euro bezahlen. Da gehe es um weitaus höhere Beträge. Mit dem günstigeren Preis für karitative Vereinigungen bliebe daher nur ein Platz auf den Nebenstraßen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung