Wülfrath: Kalkstadt-Narren suchen Prinzennachwuchs

Wülfrath : Närrische Tollitäten suchen Nachfolger

Noch ist unklar, wer in der kommenden Session die Jecken anführt. Interessenten können sich bei Kalkstadt-Narren melden.

Die Kalkstadt-Narren halten in Wülfrath den Karneval lebendig. Nicht nur die beiden Tanzgarden sind während der jecken Session gern gesehene Gäste bei Karnevalsveranstaltungen, auch das vereinseigene Kinderprinzenpaar vertritt die Kalkstadt seit Jahrzehnten gebührend. Bisher hat es dem Verein an närrischem Nachwuchs nicht gemangelt. „24 Kinderprinzenpaare habe ich in meiner Zeit als Prinzenpaarmutter bereits begleitet“, erinnert sich Gisela Peters. Nun blickt die engagierte Wülfratherin jedoch mit Sorge in die Zukunft. „Noch haben wir für die Session 2019/20 kein Kinderprinzenpaar gefunden. Und die Zeit drängt.“ Schon längst hätten die Orden für die kommenden Hoheiten bestellt werden müssen.

Jugendliches Paar erlebte viele tolle Momente zusammen

Janine Schwind (17) und Robin Wollmann (18) haben noch das Amt der jecken Würdenträger inne. „Im vergangenen Jahr sind wir ganz kurzfristig für das eigentliche Paar eingesprungen. Deshalb sind wir auch etwas älter als die eigentlichen Kinderprinzenpaare“, erklärt die Schülerin ihr für das Amt „biblisches“ Alter. An Spaß hat es dem Jugendpaar allerdings nicht gemangelt. „Ganz im Gegenteil. Die Session war großartig. Wir haben viele tolle Momente gemeinsam erlebt“, erinnert sich Robin Wollmann, der mittlerweile sogar in der vereinseigenen Tanzgarde mitmacht. Dass dieser Spaß am Karneval auch durch kommende Kinderprinzenpaare gesichert werden soll, das ist ein großer Wunsch der beiden jungen Menschen, die sich mit aller Kraft für die Suche nach würdigen Nachfolgern einsetzen.

„Grundvoraussetzung für das Amt ist natürlich der Spaß an der fünften Jahreszeit. Auch ein großes Maß an Flexibilität muss gegeben sein. Während der Karnevalszeit fallen schon mal bis zu drei Termine auf einen Tag“, berichten die amtierenden Hoheiten. Damit wäre der Anforderungskatalog aber auch schon beinahe vollständig. „Das perfekte Kinderprinzenpaaralter liegt zwischen zehn und 14 Jahren“, ergänzt Robin Wollmann.

Vor finanziellen Großausgaben müssen die Eltern der künftigen Nachwuchsnarren übrigens keine Angst haben. „Die Finanzierung der Orden und des Ornats übernimmt der Verein. Wir verlangen im Gegenzug allerdings elterliches Engagement. Die Kinder müssen zu Auftritten gefahren werden“, erläutert Gisela Peters den organisatorischen Teil, der ohne die Hilfe von Erziehungsberechtigten nicht zu stemmen wäre. Dass die künftigen Amtsträger gleichzeitig eine wahnsinnige Wandlung hinlegen, konnte die Initiatorin bei bisher jedem Kinderprinzenpaar beobachten. „Waren die Kinder zu Beginn noch recht schüchtern, sind sie schnell über sich hinausgewachsen.“ Nicht nur die eigenen Auftritte, wie beispielsweise der Prunkball im Paul-Ludowigs-Haus oder der Sturm auf die Kreissparkasse sind dem amtierenden Jugendprinzenpaar in positiver Erinnerung geblieben, auch Gastbesuche befreundeter Vereine in Essen, Hagen, Krefeld und sogar den Niederlanden bleiben unvergessen. „In den wenigen Wochen bekommt man eine Menge zu sehen. Das macht den Reiz aus, Kinderprinzenpaar zu sein“, ist sich Janine Schwind ganz sicher.

Sie ist sogar zum zweiten Mal erste Närrin der Kalkstadtnarren: „Bereits während meines 13. Lebensjahrs war ich Kinderprinzessin und habe die Wiederholung sehr genossen“, betont sie und hofft auf Nachahmer.

(taba)
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