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Team der Wasserwelt sorgt für saubere Laufbahn

Wülfrath : Wasserweltler sorgen für saubere Bahn

Aus Grau macht Rot: Die Kunststoffbahn im Stadion am Erbacher Berg sieht wieder aus wie neu.

. 2002 wurde das Stadion am Erbacher Berg gebaut. Genauso lang gibt es bereits die Kunststoffbahn um das große Fußballfeld herum. Die Witterungen der letzten Jahre haben der Bahn optisch ordentlich zugesetzt. „Die Bahn war mittlerweile ganz schön glitschig“, berichtet Dietmar Ruda, Amtsleiter für den Bereich Bildung und Sport. Diesem Zustand konnte in den vergangenen Wochen allerdings zu großen Teilen Abhilfe geschaffen werden. Gerd Höhndorf, Betriebsleiter der Wülfrather Wasserwelt, hat gemeinsam mit seinem Team die Lockdown-Zeit genutzt und mit dem Hochdruckreiniger die Kunststoffbahn bereits zur Hälfte von dem jahrelangen Dreck befreit. „Man braucht dafür Geduld, denn wir arbeiten mit zwei kleineren Hochdruckreinigern mit 230 Volt. Ein größeres Gerät mit 400 Volt ist uns leider nach dem ersten Tag kaputt gegangen. Das befindet sich jetzt in der Reparatur“, so Höhndorf.

Bereits seit einigen Tagen findet man die eigentlichen „Wasserweltler“ unter freiem Himmel. Für Platzwart Gamal Abukhater ein wahrer Gewinn. „Denn ich alleine könnte eine solche Arbeit gar nicht leisten. Nicht zuletzt, weil mir die Geräte fehlen. Das würde sich bei mir anfühlen, als würde ich mit einer Zahnbürste einen Schulhof fegen“, gibt er lachend wieder. Doch nicht nur bei dem Platzwart kommt die Idee super an. Auch Amtsleiter Dietmar Ruda ist voller Lob für den Einsatz seiner Mitarbeiter. „Das Team von der Wasserwelt hat in der Lockdown-Zeit schon eine Menge geleistet. Die Umkleiden am Stadion wurden gesäubert, die Fensterrahmen und die Außenfassade des Gebäudes gereinigt. Auch haben sie den Kommunalen Ordnungsdienst unterstützt und die Notbeleuchtung in der Sportanlage Zur Fliethe erneuert“, so Ruda, der sich über das „völlig komplikationsloses Miteinander“ sichtlich freut. „Hier werden nicht die Hände in den Schoß gelegt, sondern es wird überlegt, wie man diese Zeit nutzen kann. Und sowas ist nicht selbstverständlich.“

Auch von oberster Stelle gab es für so viel Eigeninitiative bereits dankbare Worte. „Uns hat sogar Bürgermeister Rainer Ritsche eine Mail geschrieben und sich bedankt. Das fand ich schon toll“, so Höhndorf. Leicht ist es schließlich nicht, die Anlage zu reinigen. Am Anfang war Improvisation gefragt. „Denn eigentlich gehören die Hochdruckreiniger in die Wasserwelt. Wir mussten zahlreiche Schläuche aneinanderreihen und uns immer wieder nach Wasser- und Stromanschlüssen orientieren“, erinnert sich Gerd Höhndorf an die Anfänge.

Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen. Das leuchtende Rot der Kunststoffbahn ist nach der Reinigung wieder deutlich zu erkennen. „In den 19 Jahren, die es die Bahn bereits gibt, haben wir erst einmal eine professionelle Reinigungsfirma vor Ort gehabt. Und die Reinigung hat am Ende 5000 Euro gekostet. Das ist schon eine ordentliche Summe, die wir jetzt einsparen“, erklärt Dietmar Ruda weiter. Das Team der Wasserwelt kümmert sich zudem um das „Rundum-Sorglos-Paket“, denn auch die an dem Rand der Bahn befindlichen Regenrinnen werden gleichzeitig von Schlick befreit und können in Zukunft wieder vermehrt Regenwasser aufnehmen. Für diese Arbeit ist Tristan zuständig, der eigentlich als Badewärter die Aufsicht der Badegäste und Reinigungsarbeiten in der Wülfrather Wasserwelt übernimmt. „Der Vorteil an dieser Aufgabe ist, dass ich bei guten Wetter an der frischen Luft bin“, verrät Tristan. Und da stört es ihn auch nicht, dass er auf Knien vor den Regenrinnen sitzen muss, um den Schlamm Schaufel für Schaufel abzuschöpfen.

Wie lange Gerd Höhndorf und sein Team noch brauchen, um die Bahn gänzlich zu säubern, steht noch nicht fest. „Wenn wir kurzfristig das Bad wieder öffnen dürfen, dann müssen wir die Arbeiten hier natürlich einstellen. Aber von einer baldigen Öffnung gehe ich eigentlich nicht aus“, so der Betriebsleiter. Ihren Fortschritt bei der Bahnsäuberung schauen sich die Herren übrigens regelmäßig aus der Luft an. Kollege Heiko Dietrich hat dafür extra seine Drohne zum Einsatz gebracht, die den Unterschied von sauberer und dreckiger Bahn sehr gut visualisiert. Und so ein bisschen technische Spielerei, das ist eine nette Abwechslung zum Bahnreinigen.