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Valentina Maldinger: „Mein Vorbild war und ist da Vinci“

Wülfrath : „Mein Vorbild war und ist da Vinci“

Die Künstlerin Valentina Maldinger hat sich der fotorealistischen Malerei verschrieben.

. Freischaffende Künstler haben es in der Corona-Pandemie besonders schwer. Oft fehlt es Ihnen seit Monaten an Ausstellungsmöglichkeiten und wer nicht gesehen wird, dem mangelt es auch an Aufträgen. Die WZ gibt ihnen im Rahmen der Serie „Kreatives Wülfrath“ ein Forum. Heute nutzt die Chance Valentina Maldinger (49), die seit etwa vier Jahren mit ihren Werken in Wülfrath präsent ist. 

Wann und wie wurde bei Ihnen das Interesse geweckt, künstlerisch aktiv zu werden? 

Valentina Maldinger: Solange ich denken kann. Direkt im Anschluss an die Grundschule habe ich in Sibirien eine Kunstschule besucht.

Wer sind Ihre künstlerischen Vorbilder/Lehrer? Wie verlief Ihr künstlerischer Werdegang?

Maldinger: Mein Vorbild war und ist Leonardo da Vinci. Er hat viel experimentiert und für seine Zeit auch riskiert. Er war ein Forscher der Kunst, der Bausteine gelegt hat für vieles, was heute noch Bestand hat. Es gibt aber auch einige andere Künstler, die mich inspirieren. Von 1986 bis 1989 habe ich bis zum Abschluss vier Jahre lang die am Art College in Bobruisk studiert. Bis 1991 war ich dann Kunst-Dozentin in Sibirien. Von 1989-1991 war Valentina Maldinger als Kunst-Dozentin in Sibirien tätig. 1992 ging ich nach Weißrussland zurück und begann meine Tätigkeit als freischaffende Künstlerin. Heute arbeite ich auch mit größeren Verlagen zusammen, die Bilder von mir als Kunstdrucke, zum Beispiel für Möbelhäuser, herausbringen. Meine Stierbilder sind gefragt.

Was ist Ihre bevorzugte Technik, wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Maldinger: Ich konnte mich nie richtig auf einen Stil festlegen. Ich experimentiere gerne, sonst wird es mir schnell langweilig. Ich bin gut in fotorealistischer Malerei, meine Kunden bringen mir oft Fotos von dem mit, was sie gemalt bekommen möchten. Auch in Mixtechniken und abstrakte Malerei beherrsche ich.

Wovon lassen Sie sich gerne inspirieren?

Maldinger: Von Reisen und von Fotografieren.

Inwieweit beeinflusst die Corona-Pandemie Ihre Arbeit?

Maldinger: Kunst braucht Freiheit, insofern wird man zur Zeit etwas eingeschränkt.

Woran arbeiten sie gerade?

Maldinger: An Auftragsmalerei, das sind verschiedene Projekte, ein Portrait, ein Auto auf Aluminiumblech und eine Wandmalerei, wieder mit einem Auto als Motiv.

Wo entstehen Ihre Kunstwerke?

Maldinger: Oft in meinem Kopfkino: Ich muss das dann nur noch auf Leinwand bringen, zum Großteil im privaten Atelier. Ich bin aber flexibel, male auch Streetart, also Straßen- und Fassadenkunst, wenn es gewünscht wird. Ich male aber außerdem spontan und unterwegs auf Papier, wenn mir danach ist.

Wann haben Sie das erste Mal ausgestellt und wo würden sie in Wülfrath gerne einmal ausstellen?

Maldinger: An meine erste Ausstellung kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich hatte viele Ausstellungen in meinem Heimatland. An die erste Ausstellung in Deutschland erinnere ich mich aber gut. 1994 war ich auf der Frankfurter Kunstmesse mit Popart vertreten. 1995 entschloss ich mich daraufhin, nach Deutschland zu gehen. Ich habe dann eine Galerie in Oberhausen eröffnet, wo ich 1998 auch meinen Mann kennengelernt habe. Arbeiten von mir waren bereits bei Ausstellungen in Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Essen, Kitzbühel und in einer Galerie auf Mallorca zu sehen. Der Mietvertrag für meinen Atelierverkauf an der Goethestraße 51 A läuft nächstes Jahr erst einmal aus. In Wülfrath würde ich gerne einmal im Rathaus oder in einem Schaufenster in der Fußgängerzone ausstellen. Auch mit Werkschauen in Golfclubs habe ich gute Erfahrungen gemacht, dort würde ich hier in der Nähe auch gerne einmal etwas präsentieren. Vielleicht finde ich hier ja irgendwann noch einen Bauernhof mit Scheune. Dort würde ich dann wohnen, in einer größeren Werkstatt auch an größeren Stier-Plastiken arbeiten und ausstellen, natürlich auch Werke von anderen Künstlern. 

Wie empfinden Sie die Wertschätzung für Ihr künstlerisches Schaffen?

Maldinger: Als einen Teil meines Lebens. Ich glaube, die Wülfrather haben Interesse am bildender Kunst, sie sind aber auch ohne die Corona-Einschränkungen etwas zurückhaltend. Es wird viel geschaut, was es Neues gibt. Aufträge erhalte ich meist, wenn es um Geschenke geht, dann male ich beispielsweise das Auto des Mannes, die gemeinsamen Kinder oder den Familienhund am Strand.