Wülfrath : Feiern die Wülfrather Halloween?

Gruselfilme, leuchtende Kürbisse, Süßigkeiten oder böse Streiche – Das Halloween-Fest hat Deutschland bereits in den 90er Jahren erreicht.

Das irische Volksfest Halloween wurde ursprünglich als Ende des Sommers gefeiert. Die Kelten glaubten zudem, dass sich am Vorabend des 1. Novembers das Tor zur Unterwelt öffnet und die Grenzen zwischen Irdischem und Überirdischem verschwimmt. In Amerika wurde Halloween – oder All Hallows Eve, wie die Iren ihr Fest nannten – immer mehr zu einem Kostümfest ausgeweitet. Kinder in schaurig schönen Kostümen zogen durch die Nachbarschaft, um Süßigkeiten zu erhaschen oder Streiche zu spielen.

Seit Ende der 90er Jahre siedelte der Halloween-Trend nach Deutschland über. Zunächst wurde nur in Zeitschriften über das neuartige Fest berichtet, später zogen Süßwarenhersteller und Gastronomiebetriebe nach. Der Ausruf „Süßes, sonst gibt es Saures“ hielt gleichermaßen Einzug in Großstädte und auf dem Land. Und der Kürbis, als Symbol des Halloween-Festes, lächelte mit seiner Grimasse nicht mehr nur noch von Hochglanzmagazinen, sondern auch von Kita-Fensterbänken und Ladentheken auf seine Betrachter. Die Meinungen zu dem Fest sind bisher aber noch immer zweigeteilt. Und auch in Wülfrath kann man sich nicht überall für das irische Volksfest begeistern. Ralf Modersbach, Inhaber der Tätowierbar in der Wülfrather Innenstadt, ist bis heute kein Fan des Halloween-Festes. Und das, obwohl Totenköpfe und teils gruselige Bilder sein Tagesgeschäft sind.

„Natürlich war ich auch schon einmal auf einer Halloween-Feier, grundsätzlich feiere ich das Fest aber nicht“, so der Tätowierer. Die Werbegemeinschaft Wülfrath pro hatte vor der Corona-Krise zu einem Halloween-Fest auf der Wilhelmstraße geladen. Gut kam diese Idee bei Modersbach aber nicht an. „Ich musste immer wieder meine Arbeit unterbrechen, weil ich Kinder im Laden hatte, die Süßigkeiten wollten. Das war eher zeitaufwändig anstatt hilfreich “, gibt der Unternehmer wieder, der grundsätzlich nichts gegen Ideen der Werbegemeinschaft hat. „Nur an dieser Aktion würde ich mich nicht noch einmal beteiligen.“

Eine gelungene Idee der
Werbegemeinschaft

Anders sieht das Stefanie Mühlenbeck, die sich an eben diese Feierlichkeit noch gut erinnert. „Das war eine schöne Idee und das Fest hat gerade den Kindern Spaß gemacht“, bestätigt die zweifache Mutter, die aufgrund ihres Nachwuchses gar nicht um das Fest herum kommt. „In diesem Jahr bietet das WIR-Haus zu Halloween verschiedene Bastelaktionen an. Da wird mein Sohn mit seinem Opa hingehen. Ich sträube mich nicht gegen das Fest. Wenn es passende Angebote gibt, nehme ich diese gerne wahr.“

Für Tanja Walrecht gehört Halloween nicht in den Jahreskalender. „Ich feiere lieber das Erntedank-Fest“, gibt sie wieder und wird von Lena Schulz in ihrer Aussage bestärkt. Die Wülfratherin kann mit Halloween ebenfalls nichts anfangen. „Das ist einfach nicht mein Ding“, gibt die Einzelhändlerin aus dem Lego-Store wieder. „Natürlich bekommen Kinder an der Türe Süßigkeiten, wenn sie klingeln. Und auch ein bisschen Dekoration haben wir im Vorgarten. Aber das ist eher für die Nachbarn, anstatt für uns. Ich feiere Halloween nicht.“ Auch das zu Halloween stark geänderte TV-Programm, das hin zu schockenden Gruselfilmen tendiert, ist für die junge Wülfratherin wenig attraktiv. „Ich gucke keine Horrorfilme“, gibt sie wieder.

„An einer Halloween-Aktion würden wir uns beteiligen“

Magdalena Holtei aus der Baguette-Schmiede kann dem Trend ebenfalls nichts abgewinnen. „Wir haben früher auf dem Campingplatz öfters Halloween gefeiert, aber grundsätzlich feiere ich lieber St. Martin, Karneval oder das Erntedank-Fest“, so die Mitarbeiterin, die sich allerdings gerne an Feierlichkeiten beteiligen würde, wenn die Werbegemeinschaft wieder passende Angebote schafft.

Ob es in diesem Jahr wieder Kinderscharen geben wird, die in der Kalkstadt von Haustür zu Haustür ziehen und Süßigkeiten einfordern, bleibt allerdings abzuwarten. Im vergangenen Jahr musste diese neuartige Tradition aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Ein paar Hände voller Süßigkeiten im Haus zu haben, schadet aber sicherlich nicht.