Velbert. : CDU empört über Bürgerbegehren für Kino

Fraktions-Chef Manfred Bolz: „Das Projekt Bürgerforum wird vor die Wand gefahren.“

In das Forum Niederberg soll ein Kinocenter einziehen. Dafür streben Helmut Stiegelmeier, Michael Günther und Thomas Küppers ein Bürgerbegehren an. Das Trio ist nicht damit einverstanden, dass der Theatersaal modernisiert wird und ist dabei der Überzeugung, dass dies die mehrheitliche Sicht der Velberter Bürger ist.

„Wir möchten lieber im Forum ein erstklassiges Kinocenter sehen, wonach die Stadt keine Bezuschussung auf Dauer betreiben muss, die ein drittklassiges Theaterprogramm mit sich bringt und die Kosten der Technik und Personal den Bürger belasten. Ferner wird die Innenstadt belebter durch einen Zustrom von Kinobesuchern, als die wenigen Theaterbesucher“, so Helmut Stiegelmeier.

Zum Bürgerentscheid würde er den Velberter Bürgern folgende Frage stellen: „Sprechen Sie sich dafür aus, dass der Ratsbeschluss der Stadt Velbert vom 18. Dezember zum ÖPP-Projekt `Forum Niederberg´ dem Punkt Soll-Raumprogramm Planung `Theater´ umgesetzt und nicht realisiert wird und das stattdessen die Verwaltung der Stadt Velbert sich unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten dafür einsetzen soll, dass im neugeplanten Forum Niederberg ein `Kinocenter´ integriert wird!“

Für ein Kino fand sich 2015 weder ein Betreiber noch ein Förderer

Die Mitglieder der CDU-Fraktion sind mehr als empört. „Wir stellen uns die Frage: Fehlt den handelnden Personen das Wissen oder agiert man hier vorsätzlich?“, so CDU-Fraktions-Chef Manfred Bolz. „Dass ein Kino im Forum nicht umsetzbar ist, wissen Ratsmitglieder seit einigen Jahren“, ärgert er sich. Bereits im Jahr 2015 habe die Verwaltung dies geprüft. „Nicht nur die Einigung mit den Architekten gestaltete sich schwierig. Auch fand sich weder ein Betreiber noch ein Fördergeber. Es ist eine Frechheit, dass die damaligen Überlegungen der Stadt heute von Herrn Stiegelmeier als seine eigenen verkauft werden – wohlwissend, dass er zum jetzigen Zeitpunkt das auf breiter Beteiligungsbasis entstandene Projekt „Bürgerforum“, für das bereits Mittel in Höhe von 30 Millionen Euro beim Land beantragt wurden, vor die Wand fahren kann“, erläutert Bolz. „Wenn wir jetzt Stimmung gegen dieses Konzept machen, riskieren wir, dass sich das Land gänzlich von einer Förderung verabschiedet.“ Außerdem werde hier das wertvolle Instrument des Bürgerbegehrens für Fantasievorstellungen missbraucht und junge Menschen vor einen Karren gespannt.