Neviges : Wallfahrt will eigenen Domladen eröffnen

In den Räumen des Wallfahrtsbüros am Mariendom soll spätestens bis Ostern ein Geschäft für Devotionalien eingerichtet werden.

Wer eine Taufkerze suchte, einen Rosenkranz oder die passende Karte zu Kommunion und Konfirmation, der wurde in Neviges viele Jahre bei Malecki, dem Fachgeschäft für Devotionalien an der Elberfelder Straße fündig. Doch Ende des vergangenen Jahres hat das Traditionsgeschäft, das nur wenige Schritte von der einstigen Wallfahrtskirche und heutigen Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis entfernt liegt, seine Pforte geschlossen, eine neue Nutzerin will in diesem Monat ein Fotostudio in den Räumen eröffnen.

Das Kloster überlegte, selbst einen Laden als Ersatz zu eröffnen

„Ein Wallfahrtsort ohne Devotionalien – das kann nicht sein“, sagt Stefanie Schmitz. Die Nevigeserin, die seit Oktober 2016 als Wallfahrtssekretärin tätig ist, berichtet, dass es Mitte 2018, als sich die Aufgabe des Fachgeschäftes zum Jahresende endgültig abzeichnete, im Kloster überlegt wurde, einen Domladen einzurichten. Man wollte die Schließung des alteingesessenen Ladens auffangen und selber ein entsprechendes Angebot vorhalten – wenn auch nicht in demselben, sehr breit gefächerten Umfang wie früher Malecki: „Eigene Karten zu den verschiedenen Anlässen mit eigenen Motiven, Kreuze, Kerzen, aber auch Souvenirs wie die Leinentaschen und die Tassen mit den Mariendom-Motiven“, zählt Schmitz auf.

Hinzukommen soll ein breites Informations- und Bücherangebot: Kirchenführer und Flyer, Schriften zur Architektur der Wallfahrtskirche und franziskanische Literatur. So hat Bruder Peter Fobes, der seit Jahren im Nevigeser Kloster lebt, zahlreiche Bücher unter anderem zu den Heiligen Franziskus und Klara, über Assisi und diverse Pilgerfahrten veröffentlicht. Auch Bücher, die bisher am Schriftenstand in der Wallfahrtskirche auslagen, wären dann im Domladen erhältlich.

Bruder Dietmar Brüggemann, der derzeit die Wallfahrt leitet und zugleich Guardian des Klosters ist, sieht in dem Laden aber nicht allein die weltlichen Aspekte: „Das ist eine gute Gelegenheit, mit den Leuten in Kontakt zu kommen und gehört zur Wallfahrt.“

Zunächst musste jedoch eine passende Örtlichkeit gefunden werden, und da bot sich das Wallfahrtsbüro als praktikabelste Lösung an. Der Raum, dessen Eingang direkt neben dem Franziskusbrunnen liegt, ist zugleich der Arbeitsplatz von Stefanie Schmitz, so dass mit dem Wallfahrtsbüro zugleich der Laden besetzt wäre. „Sinnvoll ist natürlich die deutliche Ausweitung der Öffnungszeiten über die des Wallfahrtsbüros hinaus, insbesondere am Wochenende“, betont die Wallfahrtssekretärin. Diese könnten zum Beispiel durch ehrenamtliche Kräfte abgedeckt werden, so die Überlegung: „Der Umfang der Öffnungszeiten hängt davon ab, wieviel Hilfe wir erhalten.“

Nun würde man gern Ende dieses Monats den Domladen eröffnen, doch bis dahin sind noch eine Reihe von bürokratischen Hürden zu überwinden. In jedem Fall wolle man noch vor Ostern an den Start gehen, um rechtzeitig vor den Feiertagen und dem Weißen Sonntag ein Angebot zur Verfügung zu stellen, stellt Stefanie Schmitz fest.

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