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Ratingen: So soll es mit dem Schulstart klappen

Ratingen : Schulen bereiten den Schulstart vor

Es soll ein ganz normaler erster Schultag für alle werden. Mit Unterricht für alle in Klassenräumen, mit neuen Stundenplänen. Soweit „Plan A“. Alternativplanung für Corona-Zeiten läuft parallel, soweit möglich.

. Andrea El Sherif hat Urlaub, erreichbar ist die Schulleiterin des Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasiums trotzdem schnell. Auch wenn es um Anfragen geht, die beim besten Willen nicht abschließend zu beantworten sind. Jedenfalls im Augenblick noch nicht. Trotzdem gibt es eine klare Sachlage zum Thema „erster Schultag nach den Ferien“: Geplant ist der Regelbetrieb. „Das heißt für uns: Die Unterrichtsverteilung und der Stundenplan stehen, als ob nicht wäre“, sagt El Sherif.

Trotzdem hat man am größten Ratinger Gymnasium auch den Fall auf dem Radar, dass eben doch „etwas ist“. Dass also weiter oder aufs Neue mehr Distanzunterricht angeboten werden muss oder, um einen anderen Begriff zu nehmen, wenn Home-Schooling-Konzepte in Corona-Zeiten erneut greifen (müssen). „Für ein solches Konzept hat es schon vor den Ferien diverse Besprechungen gegeben mit dem Ziel, hier definitiv aus dem Improvisieren herauszukommen“, sagt El Sherif.

Versprochen ist nach ihren Worten auch, dass aus Düsseldorf ein „Leitfaden“ zum Thema Online- und Distanzunterricht in den Schulen ankommen soll, eben für den Plan B. Bisher sei das nicht geschehen. Eindeutiger ist da die Lage, was Zusammenarbeit mit der Stadt als Schulträger angeht. Die Schulverwaltung lässt auf Anfrage Revue passieren, was bisher zu leisten war. Schon im Zuge der allmählichen Wiedereröffnung der Schulen ab April/Mai wurde für Hygieneschutz in den Gebäuden gesorgt.

 Beispiele: Es wurden die Reinigungsunternehmen bereits Anfang Mai beauftragt, die arbeitstägliche Reinigung von Kontaktflächen in Schulen standardmäßig von herkömmlichen Reinigungsmitteln auf ein viruzides Desinfektionsmittel umzustellen, womit der von der Bezirksregierung vorgegebene Reinigungsstandard übererfüllt wurde. Um stark beanspruchte Kontaktflächen wie Türklinken oder Fenstergriffe auch zwischendurch abwischen zu können, werden alle Lehrkräfte mit geeigneten Reinigungsmitteln ausgestattet. In allen Klassenräumen gibt es Waschbecken zum Händewaschen, alle Räume wurden mit fest installierten oder mobilen Seifenspendern ausgestattet.

Fazit: Hygienematerial ist in ausreichender Menge vorhanden. Die Schulen wurden mit Mund-Nasen-Bedeckungen für Lehrkräfte sowie mit MNB-Depots für Schüler versorgt (für den Notfall, dass Schüler, die grundsätzlich ihre eigene Maske mitbringen müssen, diese einmal vergessen). Im Übrigen stehe man in ständigem Kontakt mit allen Schulleitungen, so dass Abstimmungen kurzfristig erfolgen könnten. Darüber hinaus gilt: „Ob für den Schulstart nach den Sommerferien weitere Maßnahmen des Schulträgers erforderlich sind, ist aktuell noch offen. Entsprechende Vorschriften seitens des Landes liegen noch nicht vor.“

Wie beurteilt die Schulleiterin den Schulträger-Einsatz? Andrea El Sherif kommt mit einem Wort aus: „Kompliment.“

Vorbereitungen laufen auch in der Lintorfer Johann-Peter-Melchior-Schule. „Wir haben mehrere Szenarien im Kopf. Traditionelles ist schön und wichtig, aber es ist genau so schön, auch mal etwas Neues auszuprobieren. In den vergangenen Wochen haben wir gelernt, kreativ und spontan zu reagieren“, sagt Schulleiterin Marlene Stuckart. Im Vordergrund stehe, dass die Schüler und Lehrkräfte geschützt werden und trotzdem gelernt werden kann. Dabei dürfe aber auch der Spaß am Lernen und der Schule nicht zu kurz ­kommen.

Die derzeitige Planung geht von einem regulären Unterricht mit einer „normalen“ Stundenanzahl aus. „Es wird aber immer noch einzelne Elemente aus dem Distanzunterricht geben, da einige Schüler aber auch Lehrer aufgrund persönlicher Umstände nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können. Auch werden sicherlich nicht die Abstands- und Hygiene Regeln völlig außer Acht gelassen“, so die Schulleiterin. Für die neuen i-Dötzchen ist eine fast „normale“ Einschulungsfeier geplant, allerdings in zwei Gruppen aufgeteilt und mit Einschulungsgottesdienst auf dem Schulhof statt in der Kirche St. Anna.

Die Eltern sind darüber informiert, dass derzeit alle Angaben über Abläufe und Zeiten nur vage gemacht werden können und es durchaus sein kann, dass kurzfristig dann doch wieder alles anders sein wird. Planungssicherheit gibt es für keinen der Beteiligten, man muss auf möglichst alles vorbereitet sein.