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Das Museum Ratingen und seine Schätze

Ratingen : Besucher gehen auf Zeitreise

Was das Haus am Peter-Brüning-Platz alles zu bieten hat, will die RP in den kommenden Wochen vorstellen.

Nichts gegen Höhr-Grenzhausen und den Westerwald – aber man kann das „MoMa“ in New York sehr wohl sehr viel eher und mehr lieb gewinnen als die ganze Kannenbäckerei. Ähnlich ist es mit den Exponaten bei Peggy Guggenheim in Venedig und selbst die Mona Lisa hat das Recht auf einen bevorzugten Platz im Herz eines Kunstinteressierten. All das soll sagen, dass man sich keinesfalls behutsam in die künstlerischen Höhen hinaufarbeiten muss, dass man auch dort klein anzufangen hat. Das soll aber keinesfalls ausschließen, dass man sich mit erwachendem Blick auf „die Kunst“ mal umguckt, was es in der nächsten Umgebung so gibt. Lokal und regional sind Schlagworte, die schließlich nicht nur auf dem grünen Markt etwas bedeuten.

Exakt 320 Meter von Obst und Gemüse entfernt allerdings liegt das Museum Ratingen, das seinen Namen aus dem ehemaligen Heimatmuseum herausgeputzt hat. Es bietet moderne, zeitgenössische Kunst, die Ausstellung der stadtgeschichtlichen Erinnerungsstücke und Feingliedriges in Keramik und Porzellan vom Bildhauer und Modellmeister Johann Peter Melchior, der von 1747 bis 1825 die Manufakturen Höchst, Frankenthal und Nymphenburg illuminierte. Als „Beifang“ sollen die Sammlungen gelobt werden, die im Puppen- und Spielzeugmuseum (im Trinsenturm) ihre begeisterten Besucher gefunden haben.

Es gibt also eine Menge zu betrachten. Es gibt Zeiten und Mäzene, die haben schon sehr früh die Zusammenstellung schöner Erinnerung betrieben. Es gibt andere Kommunen, in denen diese Absicht eher zögerlich vertreten wurde und wird. In Ratingen war auch nicht unbedingt großer Schwung im Bewahren von alten Dingen und dem Ankauf von neuen Schätzen vorhanden.

Ausstellungsstücke lagerten früher im Bürgerhaus

Als Ratingens Erster Beigeordneter Alfred Dahlmann 1965 seinen Dienst hier begann, lagerte manches Ausstellungsstück eher ungeliebt im baufälligen Bürgerhaus, schädlicher Wetter-Unbill ausgeliefert und keinesfalls zur ewigen Begeisterung gedacht.

Er ließ die Sachen ins ehemalige Ratinger Gefängnis – jawohl, das gab es auf dem neu bebauten Zipfel zwischen Graben- und Wiesenstraße – schaffen und später, als sein eigenes Heim fertig war – in die ehemalige Dahlmannsche Wohnung bringen. Die befand sich in dem Haus an der damaligen Spee- , der heutigen Poststraße, in dem inzwischen die Johanniter zu Haus sind.

Es musste noch einiges geschehen, bis das Museum eine repräsentative Heimstatt hatte. Wohn- und Verwaltungsgebäude der Firma Weidle, die landwirtschaftliche Maschinen verkauft und repariert hatte, wurden gekauft, restauriert und neu bebaut

Mit zahlreichen Aktionen, mit immer neuen Wechselausstellungen und inzwischen auch erweiterten Öffnungszeiten des Ratinger Museums sind die Macherinnen hinter der Kunst immer hart an der interessierten Kundschaft. Das heißt, es werden von ihnen ständig neue Kreise erschlossen, die die interessanten Exponate betrachten können.