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Neuer Kantor steckt „voller Ideen“

Mettmann : Adrian Büttemeier tritt Stelle als neuer Kantor an

Auf die so beliebte Roselies Evang folgt in der Evangelischen Kirchengemeinde der 26-Jährige Adrian Büttemeier. „Kirchenmusik ist ein Schatz, der es wert ist, vermittelt zu werden“, sagt er.

Als sich die Kantorin Roselies Evang am 30. September in den Ruhestand verabschiedete, stand die evangelische Kirchengemeinde Mettmann vor einer wichtigen Entscheidung. Diese ist nun gefallen: „Wir haben beschlossen, die A-Stelle zu 100 Prozent zu besetzen“, sagt Pfarrer Klaus Schilling. Die Kirchenmusik sei als Werkzeug der Verkündigung wichtig. So sei die Besetzung der Kantoren-Stelle als „Pflanzen eines Apfelbäumchens“ zu verstehen, um nicht nur die regelmäßigen Kirchgänger zu erreichen, sondern durch Konzerte auch jene, die bisher nicht in die Gottesdienste kämen.

13 Bewerbungen gingen ein, sechs Bewerber wurden eingeladen und nicht nur im Gespräch, sondern auch mittels des „Kantorenexamens“ auf Herz und Nieren geprüft. Beim Kantorenexamen kann der Bewerber mit Vorspielen ausgesuchter Stücke und einer Chorprobe zeigen, dass er das weite Feld der Kantorenarbeit beherrscht.

Die Wahl fiel schließlich auf Adrian Büttemeier. „Er ist sehr breit aufgestellt“, erklärt Pfarrer Schilling. „Für ihn endet Kirchenmusik nicht bei Bach, sondern geht bis in die Neuzeit.“ Da das Kantorenamt auch ein geistliches Amt sei, sei es wichtig, dass der Kantor ins Pastoralteam passe. „Wir haben den Eindruck, dass er gut passt“, sagt Pfarrer Schilling.

Der 1994 in Gütersloh geborene Adrian Büttemeier war begeistert, als er die Ausschreibung der Stelle entdeckte. „Dass aus der Krise heraus eine so große Stelle frei wurde“, das habe ihn überrascht und begeistert, erzählt er. Studiert hat Büttemeier an der Hochschule für Musik in Detmold, wo er erst den Bachelor of Music und dann den Master of Music in „Evangelischer Kirchenmusik“ ­abschloss.

Danach ging er als Austauschstudent an die Königliche Musikhochschule Stockholm und vertiefte seine Studien im Hauptfach „Dirigieren“. Seit 2016 arbeitet er mit dem Schwerpunkt „Dirigieren – Chorleitung“ an der Hochschule für Musik in Detmold.

„Kirchenmusik ist für mich ein Arbeiten mit Menschen“, sagt der neue Kantor. „Es ist Beziehungsarbeit, Kommunikation.“ Nicht nur bei der Chorarbeit, auch bei Konzerten sieht er sich in Kommunikation mit dem Publikum. „Ich will gemeinschaftsstiftend sein.“ Obwohl durch die Corona-Schutzverordnung „die Bedingungen dafür derzeit denkbar schlecht sind“. Trotzdem sieht er in der Ausnahmesituation eine Chance. „Corona zwingt den Kulturbetrieb aus dem Elfenbeinturm.“

Er sei voller Ideen. Zunächst sollen nach den Sommerferien die Vokalensembles wieder proben. „Ab nächstes Jahr wird es eine regelmäßige Konzertreihe geben“, sagt Adrian Büttemann. In Sachen Kirchenmusik sei es sein Ziel, die gesamte Bandbreite zu zeigen. Er sieht sich als Kulturvermittler. „Kirchenmusik ist ein Schatz, der es wert ist, vermittelt zu werden.“

Doch auch in der Nachwuchsförderung sieht er seine Aufgabe. Ab dem 1. August ist er neu im Amt. Umgezogen ist er schon. Nun möchte er das kulturelle Angebot der Region erkunden. „Und das Neandertal mit dem Rad.“