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Corona – Eltern sind besorgt über Schulstart im Regelbetrieb

Mettmann : Schulstart besorgt viele Eltern

Vier Mettmanner und ein Velberter haben eine Online-Petition gestartet. Sie fordern wissenschaftliche Studien.

In Mettmann gehen aktuell 3566 Mädchen und Jungen zur Schule. Das berichtet Christian Barra, Sprecher der Stadt Mettmann. Fast 1400 sind es in den fünf Grundschulen, fast 2170 in den drei weiterführenden Schulen. Hinzu kommen noch die Schüler des Berufskolleg Neandertal. Für sie alle beginnt am Mittwoch, 12. August – für die i-Dötzchen am Donnerstag, 13. August – die Schule, und zwar im sogenannten Regelbetrieb.

Das heißt: Alle Kinder und Jugendlichen sowie alle Lehrer finden sich wieder in den Schulen ein. Das Lernen daheim unter Mitwirkung von Mutter oder Vater soll damit der Vergangenheit angehören: Wegen der Corona-Pandemie war am 16. März der Schulbetrieb eingeschränkt worden, ab dem 23. April wurde er eingeschränkt wieder aufgenommen. Doch bis zu den Sommerferien konnten immer noch nicht alle Mädchen und Jungen ihre Schulen besuchen. Das soll sich nach den Sommerferien nun ändern.

Systematische Studien zum Infektionsgeschehen fehlen

Vier Mettmanner und ein Velberter sehen diese Pläne der Landesregierung kritisch: Sie fordern mit einer Petition, dass der Regelbetrieb an Schulen und Kindertagesstätten wissenschaftlich begleitet wird. „Ein Blindflug ohne wissenschaftliche Begleitung ist fahrlässig und muss dringend vermieden werden“, heißt es in der Petition. Es gebe derzeit noch keine systematischen Studien, die das Infektionsgeschehen an Schulen und Kitas aufzeigen.

Daher fordern die Initiatoren die Landesregierung auf, dass Universitäten, Kinderkliniken und Gesundheitsämter an den Schulen regelmäßige Antikörpertests durchführen, um Erkenntnisse zur Weiterverbreitung des Virus an Schulen und Kitas zu erhalten.

Auch Bayern plane so vorzugehen, und mit Blick auf die im Kreis Mettmann wieder steigenden Fallzahlen sei dies auch für NRW zu wünschen, sagt Felix Spiecker. Der Rechtsanwalt ist selbst Vater zweier schulpflichtiger Kinder. Der Gruppe gehören mit Jan Spiecker außerdem ein Kinderarzt, mit Sonja Daume eine Physiotherapeutin und mit Nina Graf eine Lehrerin an.

„Kinder haben kein Distanzgefühl, sie wissen nicht, wie man sich schützt. Die Landesregierung möchte zur Normalität zurück kehren, doch das sollte man nicht überstürzen“, erläutert Thomas Küpper, der die Petition auf der Internet-Plattform www.change.org startete. Er selbst ist Arzneimittel-Sicherheitstechniker. Denn es zeige sich immer wieder, so Küppers, „dass die präventiven Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz nicht ausreichend sind“.

Repräsentative Tests an ausgewählten Schulen durchführen

Die Initiatoren fordern daher auch in regelmäßigen Abständen, so zum Beispiel alle drei Tage, repräsentative Tests mittels eines Virus-Nachweises an ausgewählten Schulen und Jahrgangsstufen, ähnlich dem Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga. Dabei leitet die Initiatoren nicht etwa eine Hysterie, sondern das Motiv, „dass wir jetzt lernen müssen, mit dem Coronavirus umzugehen“, sagt Küppers. Denn: „Wissen ist das Entscheidende“, nur so lasse sich das Infektionsgeschehen unterbinden: „Studien haben gezeigt, dass man das Virus ausrotten kann.“ Diese Erkenntnisse könne man auch zur Bekämpfung anderer Viren zu nutzen – wie der Grippe.