Wimmersberg in Alt-Erkrath: Anwohner sorgen sich wegen Bauprojekt

Erkrath : Anwohner sind über Bauprojekt besorgt

Was genau mit dem Bauvorhaben am Wimmersberg auf die Anwohner zukommt, wissen sie nicht. Noch untersuchen laut Investor Gutachter das Planungsgebiet.

Wie viel bezahlbarer Wohnraum soll entstehen? Gibt es Erkenntnisse über kontaminierte Böden? Wie viele Stellplätze werden geplant? Wie hoch wird die Verkehrsbelastung auf der Schlüterstraße und am Wimmersberg? Bei der von mehr als 100 Bürgern besuchten Versammlung Mitte November 2018 wurden viele Fragen zum geplanten neuen Wohnquartier am Wimmersberg in Alt-Erkrath gestellt.

Erkrather sollten sich damals rund um das Bauvorhaben informieren und Ideen einbringen können. Investor Catella, der mit der Stadt und den Eigentümern am Wimmersberg zusammenarbeitet, stellte mit sechs Architektenbüros erste Überlegungen dazu vor, wie aus dem Gewerbegebiet mit einer Größe von zirka 7,5 Hektar ein lebendiges Wohnquartier werden kann.

Gern wüssten die Bürger, was aus ihren Anregungen und Wünschen geworden ist. Aber der Investor teilte mit, man befinde sich derzeit im Bebauungsplanverfahren und diverse Gutachter wären noch unterwegs, um für die Planung grundlegende Daten zu Verkehr, Lärm, Verschattung und Nutzungszuordnungen zu sammeln. Angaben zum Wohnungsmix könnten noch nicht gemacht werden. Catella wolle erst einmal den Markt weiter beobachten, um dann eine Mischung zu entwickeln, die den Erkrather Anforderungen entspreche.

Der Wimmersberg-Anwohner Michael Laferi und Nachbarn erfüllt diese Ungewissheit mit Sorge. „Wir sind nicht auf Krawall gebürstet, aber wir wollen wissen, was auf uns zukommt, zum Beispiel in Sachen Verkehrsaufkommen. Die Schlüterstraße ist doch heute schon stark belastet“, sagt Laferi. Er wundert sich auch, warum auf dem unteren Wimmersberg-Abschnitt bereits Bäume gefällt und Sträucher beschnitten wurden, obwohl es noch keine konkreten Baupläne gibt.

„Es ist klar, dass der Bewuchs bei einer Neubebauung größtenteils beseitigt werden wird. Diese Vorbereitung ist aber erst bei einer genehmigten Bebauung notwendig. Im diesem Fall wird ohne Not und Grund ein größerer Grünbestand beseitigt“, kritisiert Laferi. Catella begründet den Rückschnitt damit, Gutachtern den Zugang zum Gelände zu erleichtern.

Laferi hat selbst 30 Jahre lang als Planer bei der Stadt Düsseldorf gearbeitet und fühlt sich nicht gut informiert. „Dem Projekt fehlt der Fahrplan, es wird vieles im Diffusen gelassen“, so seine Einschätzung. Es leuchte ihm nicht ein, dass der Öffentlichkeit bereits sechs Architektenentwürfe vorgestellt wurden, die Gutachter aber jetzt erst die Grundlagen ermitteln. „Die Ergebnisse hätten bereits in die sechs Entwürfe einfließen müssen. Ohne Gutachten haben die Planer ohne vernünftige Grundlage gearbeitet“, erklärt der ehemalige Planer ­Michael Laferi.

Investor Catella hatte von Anfang an betont, dass keiner der Pläne der Architekturbüros eins zu eins umgesetzt werde, sondern Basis für eine breit angelegte Diskussion bilde solle. „Werkstattverfahren“ nennt Catella das. Von allen Entwürfen werde das Beste zusammengetragen, denn jeder habe Vor- und Nachteile. Auf Basis der Gutachtererkenntnisse entstehe dann die konkrete Gebäudeplanung, unter Einbindung mehrerer Architekturbüros. So solle sichergestellt werden, dass kein Siedlungscharakter entstehe, sondern ein Quartier mit mehreren architektonischen Handschriften, betont Klaus Franken vom Catella-Management, das seinen Sitz in Düsseldorf hat. Er kündigte eine weitere Bürgerversammlung an.

Mit dem Bebauungsplanverfahren will Catella 2020 Jahr fertig sein. Anwohner Laferi bleibt skeptisch: „Bei den weiteren Planungen für das Gebiet werden meine Nachbarn und ich die Aussagen und die Schritte des Investors kritisch begleiten“, unterstreicht er.

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