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Pläne für neues Krefelder Sportzentrum an der Westparkstraße vorgelegt

Diskussion über Neubau von Eishallen und Schwimmbad : Pläne für neues Sportzentrum an der Westparkstraße vorgelegt

Noch ist es nur ein Gedankenspiel, doch noch bevor Ende des Monats im Sportausschuss von der Verwaltung der Sport Masterplan präsentiert werden soll, liegt ein erster aufsehenerregender Entwurf auf dem Tisch.

Im Rahmen der zukünftigen Planung der Bäderlandschaft in Krefeld wurde am Mittwochabend in einer Telefonkonferenz auch die Möglichkeit eines neuen Sportzentrums diskutiert.

Entstehen könnte der Gebäudekomplex an der Westparkstraße – in unmittelbarer Nähe zur Yayla-Arena. Dort, wo jetzt noch die altehrwürdigen Eishallen (Rheinlandhalle und Werner-Rittberger-Halle) stehen, könnte ein Schwimmbad neben neuen Eishallen entstehen. Ob es sich dabei um eine oder mehrere Hallen handelt, geht aus dem Konzept, das gestern den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Sonderbauten“ im Zuge der Planung der Zukunft der Krefelder Sportlandschaft vorgestellt wurde, noch nicht hervor. Für den kommenden Freitag ist eine entsprechende Pressekonferenz der Sportverwaltung im Rathaus geplant. Erst dann wollen Sportdezernent Markus Schön und Oberbürgermeister Frank Meyer weitere Details zu den noch frischen Plänen vorlegen.

Kosten für Neubauten auf 82 Millionen Euro geschätzt

Die Vorteile eines neuen Sportzentrums an der Westparkstraße werden im Konzept der Verwaltung wie folgt beschrieben: Neben der Nähe zu den Schulstandorten im Zentrum (u.a. Berufskolleg Vera Beckers mit Abschlussmöglichkeit in den Fachbereichen Sport und Gesundheit) würde die Planung auch auf Synergieeffekte in der Ökonomie abzielen. Das bedeutet: Eishalle(n) und Schwimmbad sollen im Technikbereich verknüpft und dadurch im besten Fall kostengünstig und energiesparend betrieben werden können. Das gesamte Projekt soll im Zuge der Sportlandentwicklung möglichst durch Effizienz (kurze Wege) und Funktionalität (viele Möglichkeiten) punkten. Der Nachteil: Das Investionsvolumen ist enorm. Derzeit kalkuliert die Verwaltung mit Kosten von rund 82 Millionen Euro für den Neubau des Gebäudekomplexes. 36,5 Millionen Euro sollen allein auf den Bereich Eissport entfallen. Zudem müssten neue Stellplätze erschlossen werden. Der Bau einer Tiefgarage wird mit rund 5,8 Millionen Euro beziffert.

Das Sportzentrum ist ein möglicher Gegenentwurf zum Neubau eines Schwimmbads auf dem Gelände des Badezentrums. Die Pläne für ein neues Bad für Vereins- und Schulschwimmen in Bockum will die Verwaltung ebenfalls am Freitag genauer erläutern. Eine Sanierung des teilweise unter Denkmalschutz stehenden Badezentrums ist vom Tisch. Die Kosten (32 Millionen Euro) übersteigen den Nutzwert des 1967 in Betrieb genommenen Bades um ein Vielfaches. Doch auch ein Neubau in ähnlicher Größenordnung dürfte laut einem Gutachten der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen 50 bis 60 Millionen Euro verschlingen. Die CDU-Fraktion favorisiert den Neubau eines reinen Sportbades und kalkuliert dafür mit Kosten von deutlich unter 20 Millionen Euro.

Klar ist, dass an beiden Standorten (Westparkstraße, Badezentrum) Grundsatzentscheidungen für die Zukunft getroffen werden müssen. Denn sowohl die beiden alten Eishallen, in der vornehmlich die Jugend des KEV spielt und trainiert, sowie die Krefelder Eiskunstläufer und weitere Vereine (Eisstockschießen) seit Jahren ihre Heimat haben, als auch das Badezentrum sind technisch in einem so miserablen Zustand, dass die Sportverwaltung eine dauerhafte Nutzung nicht gewährleisten kann. Bereits jetzt läuft in der Werner-Rittberger-Halle eine mobile Eisanlage, um in den Wintermonaten eine Nutzung überhaupt möglich zu machen. Zuletzt mussten die Hallen im Winter an mehreren Wochenenden aber auch geschlossen bleiben, weil es personelle Engpässe bei den Eismeistern gab.

Das Badezentrum musste in den vergangenen Jahren aufgrund technischer Mängel (Wasseraufbereitung, Leitungen) so häufig seine Türen schließen, dass Sportdezernent Markus Schön Krefelds größtes Schwimmbad als „wirtschaftlichen Totalschaden“ bezeichnete. Kosten von drei Millionen Euro pro Jahr würden in keinem Verhältnis zum Nutzen der Anlage stehen.