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Neues Sportbad in Krefeld-Bockum rückt näher

Planen und Bauen : Neues Sportbad in Krefeld rückt näher

Der Neubau eines Sportbades am Krefelder Badezentrum Bockum rückt in greifbare Nähe. Darum geht es.

Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, aber der Neubau eines Sportbades am Badezentrum Bockum rückt in greifbare Nähe. Wie Planungsdezernent Marcus Beyer am Dienstagabend im Bauausschuss bestätigte, hat sein Kollege im Verwaltungsvorstand, Sportdezernent Markus Schön, in den vergangenen Wochen intensiv an einem Konzept zur künftigen Bäderlandschaft in Krefeld gearbeitet. Das Sportbad sei in einer Variante enthalten. Alle Fakten sollen der Politik in Kürze vorgestellt werden, damit es zu Entscheidungen komme.

Dass in Bockum großer Handlungsbedarf besteht, ist seit Jahren bekannt. Der Zustand des 1967 eröffneten Bades ist denkbar schlecht. Drei Millionen Euro an Kosten verursacht das Badezentrum pro Jahr, vor allem für Energie wird viel Geld ausgegeben. Ein erstes Gutachten aus dem vergangenen Jahr kommt zu dem Ergebnis, dass die Sanierung des Hallen- und Freizeitbades etwa 32 Millionen Euro kosten würde. Hinzu kämen weitere zwei Millionen Euro für Zwischenlösungen, um den Schwimmbetrieb während der Sanierung zu gewährleisten.

Neubauvarianten wären laut Gutachten noch deutlich teurer. Die Stadt müsste knapp 61 Millionen Euro ausgeben, um Hallen- und Freibad in gleicher Größe neu zu errichten. Ein neues Hallenbad und ein saniertes Freibad würden demnach immerhin noch 53,4 Millionen Euro kosten.

CDU hält aufwendige Neubauten für nicht bezahlbar

Angesichts sinkender Einnahmen aus der Gewerbesteuer und anderer Projekte hält die CDU solche Vorhaben für nicht finanzierbar und spricht sich deshalb für ein reines Sportschwimmbad aus. Es soll eine Länge von 50 Metern haben und nur für Trainings- und Schulsportzwecke geeignet sein. Die Technik des Sportbades sollte nach Ansicht der CDU so ausgelegt sein, dass das bestehende Außenbecken darüber betrieben werden könne. Die Kosten für einen solchen Neubau schätzen die Christdemokraten auf deutlich unter 20 Millionen Euro.

Jürgen Wettingfeld (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, erinnerte daran, dass der Schwimmsport in Krefeld eine große Tradition habe. Um eine Perspektive für die Zukunft zu haben, sei eine neue Halle, in der trainiert und Schulsport durchgeführt werden könne, genau der richtige und bezahlbare Weg.

Offen ist, wie die Nutzung des teilweise unter Denkmalschutz stehenden Hallenbades aussieht. Nach Meinung der Christdemokraten muss es dabei nicht unbedingt um Wasser gehen. CDU-Kreis- und Sportausschussvorsitzender Marc Blondin hatte jüngst ganz andere Optionen ins Spiel gebracht. „Man müsste sich natürlich den genauen Bedarf ansehen, aber denkbar wäre eine Sporthalle mit Klettermöglichkeiten“, so Blondin. Sportdezernent Schön findet diese Idee spannend: „Das ist eine interessante Option zur Nutzung des alten Gebäudes“, so der Beigeordnete. Entsprechende Weichen muss aber der Stadtrat stellen.