Ein Sommernachtstraum mit den Sinfonikern

Ein Sommernachtstraum mit den Sinfonikern

Im Golfclub Elfrather Mühle gaben die Niederrheinischen Sinfoniker ein Picknick- Konzert vor rund 800 begeisterten Zuhörern.

„Erleben Sie mit uns einen unvergesslichen Sommernachtstraum“, mit diesen Worten begrüßte Amadora Fernandez, Präsidentin des Golfclubs Elfrather Mühle, rund 800 Gäste auf der großen Golfplatzwiese hinter dem Clubhaus. Zum 25-jährigen Platzbestehen hatte sich der Club ein besonderes Dankeschön ausgedacht, das sich nicht nur an seine Mitglieder, sondern an alle Krefelder richtete: ein Open Air Konzert mit den Niederrheinischen Sinfonikern.

Foto: Mark Mocnik

Wie Konzertdramaturgin Eva Ziegelhöfer erklärte, war das Orchester dieser Einladung gerne gefolgt und hat auf dem Golfplatz sein bisher größtes Open-Air-Konzert in Krefeld gegeben. Was keiner der Organisatoren vorher planen konnte, trug zum Gelingen des Abends wesentlich bei. Das wunderbare Sommerwetter gab die perfekten Rahmenbedingungen, um den angekündigten Sommernachtstraum wahrwerden zu lassen.

Ab 18 Uhr konnten die Besucher auf dem Gelände sich mit einem mitgebrachten Picknick auf das Konzert einstimmen. Für dieses gab es dann auch feste Sitzplätze. Das Programm startete um 20 Uhr noch bei Sonnenschein. Unter Generalmusikdirektor Mihkel Kütson begrüßten die Musiker das Publikum mit einem schwungvollen Klassiker, der Ouvertüre zur Operette „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppe. Der an Pferdegalopp erinnernde Rhythmus der Musik passte perfekt zu dem ländlichen Ambiente.

Im Anschluss betrat Schauspieler Ronny Tomiska die Bühne, als charmanter Moderator führte er durch das abwechslungsreiche und sehr anspruchsvolle Programm. Eine überraschende Variation gab es beim nächsten Stück. So wurde das berühmte Thema der Arie „Casta Diva“ aus der Oper Norma nicht von einer Sängerin, sondern einer Trompete übernommen. Roeland Henkens, Solotrompeter an der Königlichen Oper in Oslo, zeigte hier und bei drei weiteren Stücken sein virtuoses Können. Bereits jetzt war der Funke zwischen Orchester und Publikum übergesprungen. Die ungewöhnliche Atmosphäre an diesem Abend hatte so gar nichts mit der manchmal verkrampften Stille eines Konzertsaals zutun.

Auch das Spiel der Musiker wirkte trotz des anspruchsvollen Programms sehr spritzig und leicht. Bei untergehendem Sonnenschein gab es passend mehrere südlich inspirierte Stücke: darunter eine feurige Tarantella und einen „Florentiner Marsch“. Dazwischen eine zarte „Berceuse“, bei der Konzertmeister Philipp Wenger mit einem wunderbaren Solo begeisterte.

Im zweiten Teil setzten die Sinfoniker musikalisch einen britischen Schwerpunkt, um damit dem der Tradition des Golfspiels ihre Referenz zu erweisen. Wie der Moderator verriet, befindet sich der älteste Golfclub allerdings in Schottland. Und während sich der wolkenlose Himmel immer dunkelblauer verfärbte und schließlich der ein oder andere Stern aufblitzte, wurde die Musik entsprechend gefühlvoller. So ist Eric Coates „By the Sleepy Lagoon“ ein zauberhaftes Stück, das schon von großen Bigbands wie der von Glenn Miller gespielt wurde. Bei der schwungvollen Ballade „Portrait of a flirt“ des Filmkomponisten Robert Farnon kam Hollywood-Romantik auf. Zum Mitsummen und -singen regte dann das Medley von Beatles-Hits an. Großes Kino: die Darbietung des Sinfonieorchesters von „Yesterday“.

Das offizielle Programm ging mit einer witzigen Überraschung zu Ende. Zu dem berühmten „James Bond Theme“ kam ein Aston Martin über den Golfplatz und an der Bühne vorbeigefahren. Mit einer ebenfalls britischen Zugabe, Edward Elgars Klassiker „Pomp and Circumstance“, beendeten die Sinfoniker den Abend unter großem Jubel.

Veranstalter und Gäste waren sich schnell einig: diese großartige Picknick-Party sollte unbedingt wiederholt werden.