Die Tanzwelt zu Gast in Krefeld

Die Tanzwelt zu Gast in Krefeld

Die Fabrik Heeder ist Ende August Spielort für die Internationale Tanzmesse NRW.

Krefeld. Wie tief Krefeld in die Tanzszene integriert ist, zeigt sich Ende August. Dann gastiert zum vierten Mal die Internationale Tanzmesse Düsseldorf mit einigen Produktionen in der Fabrik Heeder. Die Veranstaltung ist ein weltweit einzigartiger Treffpunkt internationaler Künstler, Veranstalter, Produzenten, Journalisten und Wissenschaftler. Bis zu 1700 Gäste aus aller Welt werden erwartet — von Südamerika bis Sibirien. „Aus vielen unerwarteten Begegnungen soll Neues entstehen“, betont der Direktor der Tanzmesse, Felix Wittek.

Krefeld spielt dabei nur eine Nebenrolle, gleichwohl eine wichtige. „Diese Kooperation ist das schönste Beispiel, wie die Tanzmesse wächst“, sagt Wittek. „Die Besucherzahlen steigen mit jeder Ausgabe.“ Am 28. und 29. August sind sechs Produktionen in Heeder zu sehen — komplette Choreographien, nicht wie bisher nur Ausschnitte.

Die Bandbreite ist enorm: Die Schweizerin Anna Huber präsentiert in strenger Bauhaus-Symmetrie „Aufräumarbeiten am Wasserfall“, Sylvia Camarda (Luxemburg) wälzt sich blutend zum Bolero, und der Koreaner Choi Young-hyun tanzt Beckett. Am zweiten Tag gibt es temperamentvollen Flamenco mit Cia Sònia Sánchez (Spanien), ein kafkaeskes Stück Jugendkultur von Lenka Vagnerová (Tschechien) und den halbnackt vor einem Fernseher tanzenden Italiener Andrea Costanzo Martini.

Weitere Aufführungen finden, zum Teil auch vor großem Publikum im Tanzhaus NRW oder im Capitol Theater, in Düsseldorf statt. Darüber hinaus gibt es Talks, Probenbesuche und im NRW-Forum am Ehrenhof eine Messe mit 140 Ständen. „Ein gewaltiges Unterfangen“, sagt Jürgen Sauerland-Freer, Chef des Krefelder Kulturbüros. Mit seiner Kollegin Dorothee Monderkamp ist er stolz, Teil des Riesenprojekts zu sein. „Auch wir lernen die Szene durch die Tanzmesse immer wieder neu und anders kennen.“ Das liefert nicht zuletzt Anregungen und Ideen für die eigene Krefelder Tanzreihe, das Festival „Move!“.