Folklorefest — viel mehr als Tingel-Tangel

Folklorefest — viel mehr als Tingel-Tangel

Gemütliches Plaudern, schöne Atmosphäre und internationale Bands — das Erfolgsrezept des Folklorefestes

Krefeld. Es ist eine feste Verabredung: Am Ende der Sommerferien trifft sich Krefeld auf dem Platz an der Alten Kirche. Man plaudert beim Bierchen, genießt die Atmosphäre und lauscht internationalen Bands, für die man anderswo teuren Eintritt bezahlen müsste. Mit den Lokalmatadoren Mondo Mash Up Soundsystem, mit Sedaa aus der Mongolei, Euzen aus Dänemark und Karamelo Santo aus Argentinien geht das Folklorefest am 15. und 16. August in die 37. Auflage.

„Wir holen keine Tingel-Tangel-Gruppen, die von Stadtfest zu Stadtfest ziehen“, betont Pressesprecher Markus Kossack. „Karamelo Santo spielen am Vorabend des Festes für 20 Euro Eintritt in Dortmund. Euzen und Sedaa haben gerade bedeutende Preise gewonnen.“ Wie die ehrenamtliche Initiative Bands wie diese dennoch nach Krefeld lockt, dafür gibt es laut Kossack eine simple Erklärung: „Wir kümmern uns gut um unsere Gäste. Die fühlen sich wohl hier.“

So steht für jede Band ein sprachkundiger Betreuer bereit, der sich von der Ankunft bis zur Abreise um die Musiker kümmert. Er holt sie vom Flughafen ab, bringt sie ins Hotel und bleibt auch danach für alle Fragen zur Verfügung. Ein Taxi-Unternehmen sponsert alle Fahrten. Und die „Backstage-Küchenfee“ Sopphia Dubrova bemüht sich, jeden kulinarischen Wunsch der internationalen Gäste zu erfüllen.

Wie stark die Beziehung der Krefelder zu ihrem Folklorefest ist, merken die Macher immer dann, wenn es finanziell eng wird. Die Stadt hatte ihre Unterstützung zuletzt von 10 000 auf 8900 Euro heruntergefahren — Hilferufe der Initiative waren die Folge. „Die Resonanz aus der Bevölkerung war phänomenal“, konnte der Vorsitzende Harry Emke im April verkünden. Laut Kossack waren es vor allem Privatleute, die eingesprungen sind: „Einer hat bei seiner Geburtstagsfeier 1200 Euro gesammelt.“

Parallel versuchen die Macher, die Einnahmen zu steigern: Durch den Einsatz professioneller Zapfer sollen „Schankverluste“ vermieden werden, darüber hinaus gibt es eine breite Palette an Folklorefest-Produkten (siehe Kasten). Die größte Unbekannte bleibt das Wetter: „Wenn das nicht mitspielt, tut sich schnell ein Minus auf.“ Doch es sieht so aus, als könnten sich die Organisatoren auch dann wieder auf die Krefelder verlassen.