Bayer-Symphoniker: Letzte Konzerte unter altem Namen begeistern

Konzert : Bayer-Symphoniker: Alte Musik und junge Tänzer

Bei ihrem letzten Konzert als Bayer-Symphoniker bekamen die Uerdinger Musiker Unterstützung von mehr als 100 Kindern.

„Symphonic Christmas and Dance“ – am Ende einer begeisternden Show im Stile amerikanischer Weihnacht rockten die Bayer-Symphoniker im Seidenweberhaus die Bühne mit „Jingle Bells“ im Bigband-Sound. Der Moderator Jochen Schaaf rief allen im Saal anwesenden Zuhörern zu: „I wish you all a merry Christmas!“ Dieses stimmungsvolle Konzert war ein großes vorweihnachtliches Familienfest: 110 Tänzerinnen und ein junger Tänzer namens Leo, allesamt Schüler der Ballettschule Regine Zindel sowie ihrem pädagogischen Partner Rasmus Olders, tanzten zu Tschaikowskys Suite aus dem Ballett „Der Nussknacker“ und zu amerikanischen Weihnachtsliedern.

Es waren vornehmlich Filmmusiken aus amerikanischer Produktionen von John Moss, John Williams, Arrangements von Bob Krogstad und Mark Hayes, die das Publikum begeisterten. Ihnen zur Seite stand das Liebhaber-Symphonieorchester, das hier zum letzten Mal von der Firma Bayer Uerdingen gesponsort worden ist, ehe es ab 2020 als Convestro Symphoniker Krefeld, nach dem neuen Sponsor benannt, weitermachen wird wie bisher.

Der Frauenchor der Klingenstadt Solingen 1990 sorgte für chorischen Glanz. Die 25 Sängerinnen sangen bekannte Filmmelodien amerikanischer Herkunft unter der Leitung ihres Chorleiters Thomas Schlerka, der sowohl den Chor als auch das Orchester professionell leitet. In seinen Händen lag auch die Gesamtleitung des Abends, die er mit sicherem und umsichtigem Dirigat meisterte.

Saubere Intonation der Streicher und ein weicher, stets kontrollierter Gesamtklang, in welchem sich die Bläser mit präzisen Einsätzen meisterlich einbrachten, zeichnete das Orchester aus. Hervorzuheben sind die unterschiedlichen Stilrichtungen von Spätromantik bis Bigband-Sound, zu denen das Orchester fähig ist. Dem spätromantische Vorspiel zu Humperdincks „Hänsel und Gretel“ folgte zwar nicht das komplette Ballett von Tschaikowskys „Der Nussknacker“, wohl aber eine Suite für Orchester, die wesentliche bekannte Melodien dieses weltberühmten Balletts zu Gehör brachte.

Jedes Stück hatte seine eigene Instrumentierung, entsprechend führte Regina Zindel individuelle Tanzgruppen in speziellen Formationen und Kostümen auf die Bühne. Auch wenn die Tanzbewegungen der jungen und jüngsten Tänzerinnen (noch) nicht immer synchron waren, so beeindruckten die jungen Talente mit erstaunlichem Bewegungs- und Ausdruckswillen. Sie bekamen auf offener Szene Applaus. Die Mütter und Väter, Omas und Opas dürfen stolz auf ihren Nachwuchs sein.

Jochen Schaaf moderierte den Abend mit launigen Worten und lieferte interessante Informationen. So erfuhr man, dass Humperdincks und Tschaikowskys Musiken fast zeitgleich, nämlich etwa um 1892, entstanden sind. „Christmas“ zu feiern war im puritanischen Amerika 1659 verboten worden. Erst 200 Jahre später durfte man es wieder offiziell feiern, ehe im 20. Jahrhundert der typisch amerikanische „Merry Christmas“-Hype mit Santa Claus und Jingle Bells eine kommerzielle Richtung einschlug.

Fröhlicher Showdown läutet
die Weihnachtszeit ein

Von Kommerzialität war im zweiten Teil des Konzertes nichts zu spüren, wohl aber heizte die spezielle Stimmung das Publikum so an, dass im mitreißenden Finale Bühne und Saal im Bigband-Sound rockten. Dennoch gab es dazwischen auch besinnliche und anrührende Momente. „Silent night“, unsere deutsche Weihnachtshymne, wurde von vier jungen Damen mit leuchtenden Kugeln in den Händen stimmungsvoll getanzt. Die folkloristische Tanzversion von „Adeste fidelis“ und eine rockige Zugabe sind gewöhnungsbedürftig. Das Publikum war begeistert, wohl auch, weil ihre Liebsten, die Tanzkinder einen finalen, farbenfrohen und fröhlichen Showdown zeigten. Nach zwei Stunden war das Konzert im gut gefüllten Saal zu Ende, die Weihnachtszeit kann beginnen.