1. NRW
  2. Krefeld

Krefeld: Ordnungsdienst soll in Zukunft an 365 Tagen im Jahr arbeiten

Ruhestörungen : Krefelder Ordnungsdienst soll in Zukunft an 365 Tagen im Jahr arbeiten

Der Kommunale Ordnungsdienst in Krefeld war aufgrund von Urlaub und Krankheiten zuletzt nicht immer einsatzbereit.

Das Wetter wird derzeit immer besser – und damit nimmt die Zahl der gemeldeten Ruhestörungen im Krefelder Stadtgebiet zu. Vor allem an den Wochenenden. Zuständig für solche Fälle ist der Kommunale Ordnungsdienst (KOD), aber oft landen entsprechende Meldungen bei der Polizei. Und auch wenn darüber niemand offen sprechen möchte: Die Begeisterung über die damit verbundene Arbeit hält sich bei den Beamten in Grenzen.

Die Tatsachen sehen wie folgt aus: An den letzten drei Wochenenden, Freitag bis Samstag, sind im Zeitraum von 18 Uhr bis in die frühen Morgenstunden 252 Ruhestörungen bei der Leitstelle der Polizei eingegangen. „Sofern bei uns Ruhestörungen zur Servicezeit des KOD (freitags und samstags bis 24 Uhr) eingehen, werden diese an ihn weitergeleitet“, informiert die Pressestelle der Behörde. Offenbar werden viele Vorfälle aber tief in der Nacht gemeldet. Denn: Von den 252 Fällen sind von der Polizei 240 bearbeitet worden. Zwölf Fälle gingen demnach an den KOD.

Wie sehen dessen Aufgaben offiziell aus? „Er kümmert sich um eine Vielzahl von ordnungsbehördlichen Aufgaben – so auch um Lärmbelästigungen“, sagt ein Sprecher der Stadtverwaltung. Das Spektrum reiche vom „lauteren“ Heimwerker über den lärmenden Gaststättenbetrieb bis hin zur Feststellung von häuslicher Gewalt. Hinzu komme die Kontrolle von Spielplätzen, Parks und Straßen, die Ahndung von Verstößen gegen Tierhalterpflichten, die Überwachung des Jugendschutzes sowie die Verhinderung von Trinkgelagen mit störenden Begleiterscheinungen (etwa Wildpinkeln). Nicht zuletzt gehört die Überwachung der Einhaltung der Coronaschutzverordnung dazu.

Von 31 KOD-Stellen sind
derzeit nur 23 besetzt

Reicht das vorhandene Personal aus? Zuletzt war ja mehrfach von einer Verstärkung der Truppe die Rede. Dazu sagt der Stadtsprecher: „Es ist in den Sommermonaten urlaubsbedingt eine Ausdünnung der personellen Ressourcen zu verzeichnen. Mit Blick auf die intensive Phase der Coronapandemie holen einige Mitarbeiter nun auch den verschobenen Urlaub nach.“ Derzeit verfüge der KOD über 31 Stellen – aktuell sind davon aber nur 23 besetzt. Für vier Stellen seien geeignete Bewerber gefunden worden. Eine weitere Stellenausschreibung werde vorbereitet.

Aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle war der KOD zuletzt mehrfach gar nicht erreichbar: Am Samstag, 18. Juli, von 10 bis 23 Uhr, am Samstag, 25. Juli, von 16 bis 23 Uhr, am Freitag 31. Juli, von 16 bis 23 Uhr und am Samstag, 1. August, von 12 bis 17.30 Uhr. „Für diese Zeiträume ist auf die Eilzuständigkeit der Polizei zu verweisen. Deren Leitstelle wurde jeweils im Vorfeld über die teils kurzfristig ausgefallenen KOD-Streifen informiert“, sagt die Stadt. Die Eilzuständigkeit besage, dass die Polizei tätig werden müsse, soweit ein Handeln der anderen Behörden nicht oder nicht rechtzeitig möglich erscheint.

Aus Gründen des Eigenschutzes ist der KOD in „Tandemstreifen“ (jeweils zwei Mitarbeitende) unterwegs – und zwar in der Innenstadt, in den Stadtteilen, in Bussen und Bahnen. „Ein fester zeitlicher Anteil für einzelne Stadtgebiete oder die Anzahl der KOD-Tandems lassen sich nicht verbindlich darstellen“, sagt das Stadtsprecher. An Sonn- und Feiertagen arbeitet der Ordnungsdienst gar nicht. Es sei in Planung, die Dienstzeiten auf 365 Tage im Jahr auszuweiten. „Dies wird voraussichtlich mit einer Änderung der Dienstzeiten von dann täglich 8 bis 24 Uhr einhergehen“, kündigt der Stadtsprecher an.

Wie er ergänzt, erfolge die Aufgabenwahrnehmung unter Wahrung der Zielsetzung des Konzeptes „Handeln und Helfen“. So suche etwa ein als „City-Service Krefeld“ erkennbares Team seit November 2018 in regelmäßigen Abständen den direkten Dialog mit dem Einzelhandel, um hier Hinweise und Anregungen aufzunehmen. Seit Januar 2019 führt der Ordnungsdienst zudem Kontrollgänge mit dem Bezirksdienst der Polizei durch.

„Bürgerkontaktstelle“ wird im Seidenweberhaus untergebracht

Die „Mobile Wache“ auf dem Theaterplatz und dem Lutherplatz bilden aktuelle Präsenzschwerpunkte. Da der KOD im Seidenweberhaus untergebracht wird, soll dann dort auch eine „Bürgerkontaktstelle“ eingerichtet werden. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Einzug – ein Mietvertrag wurde bereits abgeschlossen. Das Einzugsdatum hängt nun auch von den Lieferzeiten der Möblierung und der Computer ab. „Nach derzeitigem Stand wird auf einen Einzug im Herbst abgestellt“, so der Stadtsprecher.