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Goethepark – Polizei plant Infostand

Mettmann : Polizei bietet Bürgergespräch im Goethepark

Landrat und Polizeichef Thomas Hendele, Bürgermeister Dinkelmann und andere stehen zu Gesprächen bereit.

Herr Decken, in Mettmann mehren sich die ­Beschwerden von Bürgern über ­nächtliche Ruhestörungen in der ­Nähe von öffentlichen Parks und Plätzen. Es besteht eine ­Ordnungspartnerschaft mit der Stadt Mettmann, die nun mit neuem Leben gefüllt werden soll. Viele der ­lärmgeplagten Anwohner hoffen, dass die Ordnungspartnerschaft Lösungen für ihr Problem findet. Ist sie dafür tatsächlich ein ­probates Mittel?

Thomas Decken: Das Thema öffentliche Ordnung ist immer eine Angelegenheit, bei der es um eine enge, gut abgestimmte und konstruktive Zusammenarbeit aller Behörden und Ämter geht. An Ordnungspartnerschaften beteiligt sich die Polizei seit vielen Jahren in allen Städten des Kreises Mettmann. Die Erfahrungen dabei sind immer wieder sehr positiv.

Wann genau finden die ­Gespräche zwischen Stadt und Polizei zu dieser Ordnungspartnerschaft statt?

Decken: Ob die angeführten Ruhestörungen im Mettmanner Stadtgebiet tatsächlich einer Ordnungspartnerschaft bedürfen oder nicht auch im Zuge der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Stadt behandelt werden können, ist Gegenstand aktueller Beratungen. Ein erstes Treffen mit Mettmanns Bürgermeister Thomas Dinkelmann fand am 30. Juli statt. Dabei wurden auch die hier aufgeführten Fragen erörtert. Gleichzeitig wurde für Montag, 10. August, ab 17 Uhr ein öffentliches Bürgergespräch vereinbart, das mit einem ­Info-Stand im Goethepark stattfinden soll. Hieran teilnehmen werden nach derzeitiger Planung Landrat Thomas Hendele, der Leiter der Mettmanner Polizeiwache, Polizeihauptkommissar Thomas Eidmann, Bürgermeister Thomas Dinkelmann sowie die Leiterin des Ordnungsamtes, Andrea ­Kotthaus.

Teilen Sie denn den ­Eindruck, dass die Klagen wegen Ruhestörungen durch Lärm von Jugendlichen in Parks und auf Plätzen ­zugenommen haben?

Decken: Ein Anstieg ist kreisweit in jedem Jahr zur Sommerzeit feststellbar. Dieser Umstand wird im Umfeld von Corona zusätzlich verschärft.

Welche Ruhestörungs­­schwerpunkte kennt die ­Polizei in Mettmann ­konkret?

Decken: In Mettmann sind das in den letzten Wochen bekannterweise gerade der Goethepark, der Bereich um Stadthalle und Königshof-Galerie herum, aber auch vereinzelt Treffpunkte an Sport- und Spielplätzen.

Was tut die Polizei, um diese Schwerpunkte zu ­entschärfen?

Decken: Die Kollegen im Streifendienst kennen solche Orte. Deshalb werden diese auch immer wieder eigenständig überwacht. Zusätzlich nimmt sich ihrer auch der örtliche Bezirksdienst besonders an. Nicht selten kommt es in solchen Fällen zu Gesprächen auf Augenhöhe, um schon im Vorfeld auf die Bedürfnisse nach Ruhe und Ordnung in der Nachbarschaft hinzuweisen, damit es gar nicht erst zu Beschwerden kommt. In diesem Zusammenhang möchten wir aber auch einmal auf die berechtigten Interessen von Besuchern der jeweiligen Orte wie des Goetheparks verweisen, denen die Möglichkeit des kommunikativen Austausches und der gemeinsamen Freizeitgestaltung in adäquatem Rahmen gestattet werden muss. Gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz wird deshalb von der Polizei bei Gesprächen mit allen Beteiligten immer wieder thematisiert. Bei Einsätzen auf Grund nachvollziehbarer Beschwerden versucht die Polizei, immer wieder für Verständnis und eine sofortige Verhaltensänderung der „Störer“ zu sorgen. Schon beim ersten Einschreiten unserer Beamten erfolgt meist ein Platzverweis. Bei notorischen Verstößen kommt die Polizei auch mehrmals zum gleichen Ort, um für Ruhe zu sorgen. Dann werden regelmäßig alle Personalien festgehalten und Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstattet. Die Zahl der Platzverweise lässt sich nicht valide beziffern, da nicht alle Vorgänge schriftliche Vorgänge festgehalten und statistisch ausgewertet werden können.

Viele Anwohner rufen schon gar nicht mehr bei der ­Polizei an, weil sie ­befürchten, als Querulanten zu gelten. Können Sie sie ­ermutigen, es trotzdem zu tun?

Decken: Die Polizei ist jederzeit ansprechbar. Anrufer mit berechtigten Interessen und Wünschen werden niemals als Querulanten eingestuft. Deshalb sollte sich niemand davon abhalten lassen, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. Der bereits alte Slogan „Polizei, Dein Freund und Helfer“, gilt weiterhin unverändert. Ruhestörungen werden von der Polizei grundsätzlich in gleicher Art und Weise bearbeitet, wie andere Einsatzanlässe auch. Sicherlich hat aber jedermann dafür Verständnis, dass bei begrenzten Ressourcen andere Einsätze, bei denen es um konkrete Gefahren für Leib und Leben Betroffener, schwere Straftaten oder aktuelle Schadens- und Verkehrsunfälle geht, vorgehen.