Krefeld möchte mit Rudern olympisch werden

Sport : Krefeld möchte mit Rudern olympisch werden

Die Stadt sucht Möglichkeiten, sich der Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ anzuschließen. Das Box-Turnier ist mit praktischen Schwierigkeiten verbunden, Training für Wassersportarten erscheint leichter umsetzbar.

Wie sieht die olympische Idee von Krefeld aus? Es gibt grundsätzlich zwei Ideen, wie Krefeld Teil der Spiele 2032 werden könnte: mit einem Box-Turnier in der Yayla-Arena und mit Ruder- oder Kanu-Training auf dem Elfrather See. Box-Kämpfe gab es in der Arena schon, allerdings mit nur einem Ring. Ob auch genügend Platz ist für ein Turnier mit vielen Runden und Gewichtsklassen, wird im Moment diskutiert, ebenso wie Möglichkeiten, die Wettkämpfe dennoch möglich zu machen. Da Duisburg als Austragungsort für Rudern und/oder Kanu im Gespräch ist, wäre es im doppelten Sinne naheliegend, den Elfrather See zur Trainingsstätte zu machen. Dass diese Idee umgesetzt wird, erscheint nach dem jetzigen Stand der Diskussion wahrscheinlicher.

Was hätte Krefeld davon?

Philip Erbers, einer der beiden Geschäftsführer der GmbH zur Initiative „Rhein Ruhr City 2032“, war am Montag zu Gast bei der Krefelder CDU und hat dort deutlich gemacht, dass es um mehr geht als zwei Mal zwei Wochen sportlicher Großereignisse (Olympische und Paralympische Spiele). Es gehe um Nachhaltigkeit, das heißt, die Sportstätten sollten so entwickelt werden, dass die Bürger auch nach den Spielen etwas davon haben. Und es geht um Mobilität, weil die 14 Städte der Region besser miteinander verbunden werden sollen. Auch neue Straßen oder ÖPNV-Verbindungen blieben den Städten dauerhaft.

Wie steht es um die Bewerbung der Region?

Die Initiative ist zunächst eine privatrechtliche. Die erwähnte GmbH wird unterstützt von einigen großen Unternehmen. Die Macher sind in den Städten der Region unterwegs, um Mitstreiter zu gewinnen und zu begeistern. Die Reaktionen sind dort ebenso wie auf Landesebene positiv, die Initiative entwickelt sich behutsam, aber bis jetzt stetig.

Wie sieht der Zeitplan für die Bewerbung aus?

Die wichtigen Zeitpunkte ergeben sich aus den Vorgaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC): Die Entscheidung über den Austragungsort fällt voraussichtlich 2025. Zwei Jahre zuvor wird das IOC mit den Bewerbern in die so genannte Dialogphase eintreten. Dabei entwickelt es gemeinsam mit der Bewerberstadt ein Konzept, so dass die Bewerbung eine reelle Chance hat. Spätestens 2022 müsste der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erklären, ob er die Region als nationalen Bewerber ins Rennen schickt.

Wie steht der DOSB zu der Initiative „Rhein Ruhr“?

Der Verband lässt eine gewisse Zurückerhaltung erkennen. Dass zuletzt die Bewerbungen Hamburgs und Münchens von den Bürgern abgelehnt wurden, hat Spuren hinterlassen. „Wir müssen das aufarbeiten, bevor wir uns in das nächste Abenteuer einer Bewerbung stürzen“, sagt die DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker. „Wir müssen den Bürgern auch zeigen, was sie von einem Ereignis haben“, sagt Michael Mronz von der Initiative „Rhein Ruhr City 2032“.

Wie stehen die politischen Entscheidungsträger in Krefeld dazu?

Vorsichtige Euphorie beschreibt den Zustand am besten. Politik und Verwaltung möchten die olympische Chance nicht verpassen, sich aber auch nicht die Finger verbrennen. Im Sportausschuss sind zwei Anträge von CDU und SPD eingegangen, die sich mit einer möglichen Beteiligung beschäftigen. Sie beinhalten aber auch die Wünsche, dass die hiesigen Sportstätten und die Infrastruktur profitieren sowie dass die Bürger beteiligt werden. Sportdezernent Markus Schön hat vorgeschlagen, dass der Stadtrat schon mal grundsätzlich erklärt, dass er die Initiative unterstützt. Dies haben andere Städte, zum Beispiel Düsseldorf, auch so gemacht.

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