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Senioren: Wenn Alte unerwünscht sind

Senioren: Wenn Alte unerwünscht sind

Was kann man tun gegen Diskriminierung im Alter? Die Experten sind sich nicht einig.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Ein Mann sucht eine Miet-Wohnung in einer der besseren Düsseldorfer Lagen. Er macht einen Besichtigungstermin, findet die Räume geeignet, ist mit dem Vermieter handelseinig - bis er ihm sagt, dass sein über 80-jähriger Vater einziehen soll. Der Rentner aber ist nicht erwünscht, der Vertrag wird nicht unterschrieben. So geht’s weiter: Absage folgt auf Absage. In seiner Not kauft der Sohn schließlich eine Eigentumswohnung, sonst hätte der alte Herr keine Bleibe gefunden.

So hat es sich erst vor kurzem in Düsseldorf zugetragen. Ein Fall von Altersdiskriminierung? Für Günter Karen-Jungen (62), Fraktionssprecher der Grünen, ist das keine Frage. "Es gibt viele Fälle, und das ist einer davon." Für ihn fängt Altersdiskriminierung viel früher an, "schon mit 45, wenn die Menschen Angst haben, keinen neuen Job mehr zu bekommen."

In Düsseldorf wollten die Grünen gestern im Stadtrat wissen, wie die Stadt der "weit verbreiteten Altersdiskriminierung" entgegen treten wolle. Antwort: Es gebe "bisher keine konkreten Hinweise auf Altersdiskriminierung in Düsseldorf". Daher sei auch keine konkrete Kampagne geplant. Ansonsten verweist die Stadt auf vorhandene Angebote wie das Pflegebüro.

Immerhin ein Fortschritt ist gestern gelungen: Der Stadtrat hat beschlossen, spezielle Wohnformen für ältere Menschen zu fördern, etwa Senioren-WGs. Am Anfang soll eine Veranstaltung mit Architekten und Investoren stehen. Vielleicht lassen sich Fälle wie der eingangs geschilderte in Zukunft dann vermeiden.

Quelle Grünen-Sprecher Günter Karen-Jungen (Foto) erwartet von der Stadt mehr Anstrengungen gegen Altersdiskriminierung. Er bezieht sich auf das so genannte Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, das seit vorigem Jahr in Kraft ist.

Ihre Erfahrungen Sind Sie schon aufgrund Ihres Alters diskriminiert worden? Dann schreiben Sie uns bitte: per Fax an die Nummer 83 82-22 38 oder per Brief an: WZ, Lokalredaktion Düsseldorf, Königsallee 27, 40212 Düsseldorf.