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Wohnungs-Ärger: Nase voll vom nassen Keller

Wohnungs-Ärger: Nase voll vom nassen Keller

Die Bewohner eines Benrather Mehrfamilienhauses beklagen sich seit Jahren über Wasserschäden. Vom Eigentümer Deutsche Annington komme keine Reaktion.

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p class="text"><strong>Düsseldorf. Überflutungen im Keller, Schimmel an den Wänden - seit Jahren ist das Alltag für die Bewohner eines Hauses an der Steinhauser Straße in Benrath. Veraltete und verstopfte Abwasserrohre sorgen regelmäßig für Überschwemmungen. Immer wieder beschweren sich die Bewohner beim Inhaber und Verwalter des Hauses, der Deutschen Annington AG. "Es passiert aber nichts", sagt Maria Fernandes, "ich habe die Nase voll."

Bei starkem Regen wird eine Wohnung im Obergeschoss geflutet

Die Portugiesin lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter schon seit 1998 als Mieterin im Haus, seit 2003 ist sie Eigentümerin der Wohnung. "Es gab hier immer Probleme. Ich kenne das gar nicht anders", sagt sie. Über lange Jahre war die Viterra AG (Tochter von Eon) Eigentümer des 1958 gebauten Hauses - bis 2005 die Deutsche Annington Viterra übernommen hat. Gebaut wurde das Haus von Eon-Vorgängerin Veba. "Bei Gewittern mit viel Regen stehen wir im Keller fast bis zu den Knien im Wasser", berichtet Fernandes. Dadurch seien auch schon Waschmaschinen und Trockner kaputt gegangen. Regen ist auch der Grund, warum Jutta Hoffmann sich kaum noch aus dem Haus traut. Die 76-Jährige wohnt seit 1979 mit ihrem 83-jährigen Mann im Obergeschoss des Hauses. "Bei starkem Regen läuft das Wasser über den Balkon in meine Wohnung", sagt die Mieterin. Seit einer Sanierung vor zehn Jahren sei der Balkonsockel höher als die Schwelle zum Balkon. Zudem sei das Dach nach der Sanierung nicht richtig isoliert worden. "Auch da kommt schon mal Wasser durch." Nachbarin Fernandes ergänzt: "Wir können gar nicht in Ruhe in Urlaub fahren."

Ziemlich resigniert wirkt Gerd Jaschke. Der Frührentner hat bis Januar auch im Haus gewohnt. "Ich bin nach Ostfriesland gezogen, in der Wohnung konnten und wollten meine Frau und ich nicht mehr bleiben", erzählt Jaschke. "Die Wände waren von Schimmel befallen und der Keller ist eigentlich nicht mehr benutzbar." Die Wohnung in Benrath gehöre ihm aber immer noch.

"Über alle Schäden liegen der Annington Gutachten vor. Ein Rohr ist gerissen und das Abwassersystem ist nicht gewartet beziehungsweise gereinigt worden", schildert Jaschke. Außerdem resultiere der Schimmelbefall in seiner Wohnung aus mangelnder Wärmedämmung der Flurwand. "Die Annington weigert sich, alles zu reparieren." Mittlerweile sei er vor Gericht gezogen.

"Bei Unternehmen in der Größenordnung der Deutschen Annington kommt eine solche Praxis häufig vor", sagt Annette Dalstein-Troendle, Geschäftsführerin des Mieterbundes NRW. Immobilien, die wenig Aussicht auf Profit bieten, würden oft vernachlässigt. "Konkrete Annington-Vorfälle sind mir in Düsseldorf aber noch nicht bekannt."

Und was sagt die Deutsche Annington zu den Vorwürfen? Nichts. Auf Anfrage der WZ gab Pressesprecherin Katja Klemm keine Auskunft. "Wir befinden uns mit einem Eigentümer im Rechtsstreit. Zu einem schwebenden Verfahren kann ich keine Angaben machen", sagt die Sprecherin.