DEG-Stimmungstest heute in Berlin

DEG-Stimmungstest heute in Berlin

Bei den Eisbären ist das auf vielen Ebenen ein wichtiges Spiel.

Hinterher fielen die Worte mal wieder schmal aus. Ganze vier Sätze dauerte die, nun ja, Analyse von Mike Pellegrims zur Auswärts-Niederlage der Düsseldorfer EG beim ERC Ingolstadt. Irgendwann fällt einem halt nichts mehr Neues ein, wenn sich die enttäuschenden Auftritte immer wieder ähneln. Das 0:4 (0:1, 0:1, 0:2) beim schlechtesten Heim-Team der Deutschen Eishockey Liga war immerhin die siebte Niederlage aus den vergangenen neun Spielen. Und die 21. im 36. Saisonspiel. Lediglich der Schwäche der Konkurrenz ist es zu verdanken, dass die DEG weiter auf einem Play-off-Platz steht.

Das könnte sich ändern. Denn die Aufgaben über den Jahreswechsel haben es in sich: Zu den beiden Schwergewichten aus Berlin (2.) und Köln (6.) geht es zuerst, dann zum Überraschungsteam der Saison nach Schwenningen (5.). Bereits heute (16.30 /WZ-Liveticker) muss die DEG zu den Eisbären. Was laut Niki Mondt gar nicht schlecht sei, so habe sie die Chance, „die Leistung von Ingolstadt vergessen zu machen“, sagte der Sportliche Leiter kurz nach Spielende in Ingolstadt, aber dafür müsse „in Berlin eine andere Mannschaft auf dem Eis stehen“.

Nicht umsonst bemängelte Stürmer Lukas Laub, dass er und seine Kollegen „mental nicht bereit“ waren. Nicht umsonst kassierten sie bereits in der Anfangsphase eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis, die das mit Abstand schlechteste Powerplay-Team der Liga prompt zum 1:0 nutzte. Es war bereits der achte Wechselfehler der DEG-Saison und der dritte, der zu einem Gegentor führte. Und vielleicht noch schlimmer: Danach war das Spiel auch schon gelaufen. Ganze drei Schüsse brachten die verunsicherten Düsseldorfer bis zur ersten Sirene aufs gegnerische Tor, im gesamten Spiel waren es nur 20.

Geht es nach einem Teil der Fans, darf sich heute in Berlin aber nicht nur die Ein-, sondern vor allem die Aufstellung ändern. Immer lauter werden die Rufe, vermeintliche Leistungsträger wie Kapitän Darryl Boyce, Jeremy Welsh, Brandon Burlon oder Stephan Daschner eine Denkpause auf der Tribüne zu geben. Immer mehr Beobachter stellen sich die Frage, was eigentlich aus dem unter Christof Kreutzer propagierten Weg mit jungen deutschen Spielern geworden ist. Nachfolger Mike Pellegrims, dem der Wind immer heftiger ins Gesicht bläst, scheint sich dafür nicht zu interessieren. Nicklas Mannes und Leon Niederberger sind längst zum DEL2-Team nach Bad Nauheim geschickt, Johannes Huß und Marcel Brandt sitzen auf der Tribüne. Entsprechend leidet die Identifikation der Fans.

Umso wichtiger wäre ein guter Auftritt in Berlin. Denn dort werden heute Abend mehr als 800 DEG-Fans in der Halle sein. Der Großteil reist per Sonderzug zum Ostbahnhof. Die Tour ist seit Monaten geplant und soll eigentlich der gelungene Jahresabschluss sein. Doch die Stimmung ist gereizt. Das wissen auch die Spieler. „Wir freuen uns darüber und wollen die Fans mit drei Punkten beschenken“, sagt Stürmer Manuel Strodel. Die wären auf so vielen Ebenen wichtig. Für die Tabelle, für die Stimmung, und für den Trainer.

Mehr von Westdeutsche Zeitung