Stadt Düsseldorf steckt bis 2024 1,25 Milliarden Euro in Schulen

Schulbau : 50 Ferienbaustellen: Stadt Düsseldorf investiert weiter in Schulen

Bis 2024 fließen insgesamt 1,25 Milliarden Euro in die Schullandschaft – zum Beispiel in Benrath.

Auf der Suche nach einem möglichst zutreffenden Superlativ für die Schulbauprojekte der Stadt kam Stadtdirektor Burkhard Hintzsche auf den Slogan „Größte Kirmes am Rhein“  und übernahm diese örtlich ebenso weite wie leicht unbestimmte Verortung und erklärte: „Wir schaffen gerade eine der modernsten städtischen Bildungslandschaften in der Mitte Europas.“ Das sagte der Schuldezernent am Dienstag  bei der Vorstellung der insgesamt 50 Schulbaumaßnahmen in den Sommerferien.

Rund 110 Millionen Euro kosten die Projekt insgesamt, die zwar nicht alle pünktlich zum Schulstart am nächsten Mittwoch fertig werden, aber gut im Zeitplan liegen. „Vor allem ist nirgendwo der Unterrichtsstart  etwa durch Lärm gefährdet“, versicherte Florian Dirszus, der für die Baumaßnahmen zuständige stellvertretende Leiter des Schulverwaltungsamtes.

Um die besagte Top-Bildungslandschaft in  Europa zu bekommen, sind aber natürlich ganz andere Investitionsvolumina erforderlich. Hintzsche meint da die bislang fünf schulorganisatorischen Maßnahmenpakete (SOM), die insgesamt eine Milliarde Euro umfassten. Im Herbst folgt ein sechstes, etwa 150 Millionen Euro schweres Paket, und wenn man dann die 110 Millionen aus den Sommerferien addiert, ist man bei gut 1,25 Milliarden Euro in fünf Jahren. „Da kommt keine andere deutsche Großstadt dran“, sagt Hintzsche.

Nun, ob man das an allen Schulstandorten in Düsseldorf unterschreiben würde, mag man bezweifeln. Unstrittig ist jedoch, dass die Stadt ihren Investitionshaushalt in hohem Maße auf die Schulen konzentriert. Dazu gehört neben der Bauerei auch die bessere medientechnische, digitale Ausstattung der Schule – unter anderem beim erklärten Ziel „W-Lan für alle“.

Bedacht werden bei den aktuellen Bauprojekten alle zehn Stadtbezirke und alle Schulformen. Also auch die Hauptschulen.  Denn die leiden zwar unter sehr schwachen Anmeldezahlen in der Jahrgangsstufe 5, doch zur Klasse 7 dann sind alle übrig gebliebenen acht Standorte gut gefüllt, weil  viele an Gymnasien oder Realschulen gescheiterte Schüler an die Hauptschulen verwiesen werden. „In den Jahrgangsstufen 7und 8 sind wir vierzügig“, sagt Hans-Jürgen Gürke, der Leiter der Benrather Hauptschule  an der Melanchthonstraße, „die Nachfrage wäre sogar noch höher, aber dafür haben wir keinen Platz.“

Für knapp 25 Millionen Euro baut die Stadt gerade eine ganz neue Hauptschule für 450 Schüler samt Zweifach-Sporthalle an der Melanchthonstraße, deshalb ist der Schulbetrieb weiterhin in ehemalige Bürogebäude ander Kappeler Straße ausgelagert, in gut einem Jahr soll der Neubau bezugsfertig sein.

Hintzsche und Dirszus sind am Dienstag hierhin nach Benrath gekommen, weil gleich neben der Hauptschule auch der gemeinsame Standort der städtischen („Schloß“) und der katholischen („St. Cäcilia“) Grundschule an der Erich-Müller-Straße umgebaut und erweitert wird. Unter der Leitidee „Schule im Park“ entsteht bis Sommer 2021 ein dreigeschossiger Neubau in der Flucht der Turnhalle, zwischen den Bäumen, den sich die beiden seit jeher gut kooperierenden Grundschulen teilen. Zudem werden im denkmalgeschützten Altbau aus den 30er-Jahren die Klassenräume saniert und zum Teil vergrößert. Gesamtkosten: 19,16 Millionen Euro.

Die nächst großen der laufenden Projekte sind die Erweiterungsbauten der Grundschule am Steinkaul (Himmelgeist, 16,3 Mio. Euro) der Carl-Sonnenschein-Schule in Düsseltal (12,7 Mio.) und der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Oberkassel (8,9 Mio.).

Mehr von Westdeutsche Zeitung