Düsseldorfer Galerist Peter Barth ist gestorben, Galerie schließt

Kultur Kompakt : Peter Barth ist gestorben, die Galerie wird geschlossen

Die Galerie in der Düsseldorfer Altstadt brachte den Menschen die Kunst der 1920er Jahre nahe.

Am 6. September 1980 tauchten Herbert Remmert und Peter Barth in Düsseldorf auf und eröffneten ihre Galerie. Sie agierten wie Pat & Patachon. Flott wie ein Wiesel war der eine, bedächtig und geruhsam der andere. Herbert Remmert war geprägt durch die klassische Moderne, Peter Barth hatte die Entwicklung der Malerei durch seinen Vater vom rheinischen Spätexpressionismus über den Magischen Realismus der 1930er Jahre zur Abstraktion der 1950er Jahre miterlebt. Sie erforschten das Junge Rheinland und den Kreis um Johanna Ey. Doch nun ist ihre Galerie aufgelöst. Die neueste Nachricht: Peter Barth ist  schon am 2. April verstorben.

Remmert und Barth machten Kunst und Kulturgeschichte. Sie gaben den Düsseldorfern ihre Tradition der 1920er Jahre zurück. Sie brachten die 20er Jahre im Rheinland, in Berlin und in Dresden den Menschen nahe. Die schönsten Blätter der Hannah Höch wurden in den Räumen an der Mühlenstraße angeboten. Den Mittelpunkt aber bildete stets die „Königin-Mutter der rheinischen Künstler“, wie sie die Ey nannten.

Die Galeristen hatten ein Händchen für Künstlerwitwen und Sammlerwitwen, gealterte Kinder von Künstlern und für Enkel, denen sie die Lebensgeschichten der Eltern und Großeltern erzählten. So arbeiteten sie die gesamte Künstlerszene vor und nach dem Ersten Weltkrieg auf, erinnerten an die Opfer der Nazis und taten dies stets mit frischer Ware. Wer in ihre Räume kam, erfuhr mehr, als er bis dato gewusst hatte.

Das Archiv ist aus künstlerischen und kunsthistorischen Gründen wichtig für Düsseldorf. Der Nachlass von Karl Schwesig sollte der Stadt auf alle Fälle erhalten bleiben und nicht nach Solingen abwandern. Doch die Suche nach Geldgebern entpuppt sich als Hängepartie. Hier sind Stadt und Land dringend gefordert.

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