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Düsseldorf: So funktioniert der Familien-Navigator

Angebot der Stadt : So funktioniert der Düsseldorfer Familien-Navigator

Seit drei Wochen ist die Internet-Plattform online. Sie bündelt Angebote von Stadt und Trägern, die sich an Schwangere sowie Eltern von Ein- bis Dreijährigen richten. Zurzeit sind es bereits mehr als 700.

Schwangere und Eltern von kleinen Kindern kennen das: Zu der Freude, nun ein Baby zu erwarten oder zu haben, gesellt sich ziemlich schnell auch ein weiteres Gefühl hinzu: Überforderung. Braucht es einen Geburtsvorbereitungskurs? Wo wird das Elterngeld beantragt? Sollte ein Krabbel- oder Babyschwimmkurs besucht werden? Und wenn diese Fragen endlich geklärt sind, kommen die nächsten unweigerlich hinzu: Welche Kurse gibt es, wo werden sie angeboten und wie melde ich mich an? Aus dem schier unendlichen Angeboten von Stadt und Trägern im kompletten Stadtgebiet passende Kurse herauszufiltern, kostet Nerven und Zeit. Oder besser: kostete. Denn seit drei Wochen macht ein Internet-Portal die Suche erheblich einfacher. Verbesserungspotenzial gibt es dennoch.

Was ist der Familien-Navigator? Optisch erinnert der Familien-Navigator an den Kita-Navigator. Den kennen diejenigen Eltern, die bereits über das Vormerksystem der Stadt einen Kitaplatz gesucht (und vielleicht auch gefunden) haben. Mehr als die Optik haben die Internetplattformen aber nicht miteinander gemein. Wer einen Kitaplatz sucht, muss nach wie vor den bewährten Kita-Navigator nutzen. Alle anderen Angebote, die sich an Schwangere oder Eltern kleinerer Kinder im Alter zwischen eins und drei Jahren richten, soll nun der neue Familien-Navigator bündeln. Zum Start geht es laut Stadt um „Frühe Hilfen“, weitere Themen wie Sport, Kultur, Bildung und andere Altersgruppen sollen sukzessive hinzukommen.

Düsseldorf: So funktioniert der Familien-Navigator
Foto: ja/stadt

Das Portal wurde mit 150 registrierten Einzelangeboten am 10. Juli gestartet. 500 Angebote sollten es ursprünglich bis zum Jahresende sein. Diese Zielsetzung wurde bereits nach drei Wochen mit aktuell mehr als 700 Angeboten deutlich übertroffen, bis zum Jahresende sollen es dann 1000 sein. Die Vorbereitungen zur Erweiterung des Spektrums um die Altersgruppe „4 bis 6 Jahre“ beginnen laut Stadt noch in diesem Jahr.

Wie wird der Navigator bedient? Einfacher geht es wohl kaum: Für die Nutzung des Portals ist keine Anmeldung oder Registrierung erforderlich. Unter familien-navigator.duesseldorf.de gelangen Nutzer auf die Seite. Es kann frei nach Schlagworten oder aber auch im Feld mit vorgegebenen Themenbereichen wie Schwangerschaft, Finanzen oder Gesundheit gesucht werden. Gleichzeitig ist auch eine Eingrenzung durch die Umkreissuche möglich. Wer also beispielsweise einen Geburtsvorbereitungskurs sucht und in der Umkreissuche seine Adresse oder seinen Stadtteil eingibt, bekommt einen Überblick über Geburtsvorbereitungskurse für Paare, Beratungsangebote zum Thema Schwangerschaft und Geburt und auch Schwangeren-Yoga angezeigt. Mit einem Klick auf den jeweiligen Anbieter werden weitere Informationen sowie Anmeldekriterien, Kosten, Telefonnummer und Email-Adresse angezeigt.

Das Anmelden zu einem Kurs funktioniert nicht unmittelbar über die Seite, dazu muss die Seite des jeweiligen Anbieters besucht werden.

Der Navigator hilft aber auch dabei, Eltern einen Überblick über Angebote in ihrem Stadtteil zu geben: Dazu kann die Umkreissuche ohne Themenauswahl genutzt werden. Interessant auch für Hinzugezogene.

Wo gibt es Verbesserungspotenzial? Das Info-Portal soll, wie bereits beschrieben, ständig erweitert werden. Insofern fällt Kritik aktuell schwer.

Man kann nur hoffen, dass mit der Erweiterung des Navigators auch Adressen von Kinderärzten (mit Fachrichtungen) hinzukommen. Eine Auflistung könnte Eltern bei der Suche im jeweiligen Stadtteil eine große Hilfe sein. Vermisst werden aktuell auch Spielplätze. Die finden sich zwar auf der städtischen Homepage aufgelistet, würden den Familien-Navigator jedoch sehr gut ergänzen - womöglich auch mit der entsprechenden Information, ob es Angebote für Kleinkinder gibt.

Unter der Rubrik „Finanzielle Hilfen“ oder „Elternzeit“ gibt es auch den Punkt „Elterngeld“. Ein wichtiges Thema für junge Eltern. Mit einem Klick werden Eltern weitergeleitet und erhalten alle wichtigen Informationen auf der Seite der Stadt - auch den Hinweis, dass das Elterngeld nicht mehr online beantragt werden kann.

Ein großer Kritikpunkt: Der Antrag ist online hinterlegt, muss dann aber ausgefüllt, ausgedruckt und dann aber per Post verschickt oder persönlich zur Elterngeldkasse gebracht werden.

Das Online-Verfahren wurde landesweit zum 1. Februar eingestellt, weil ein neues System etabliert werden soll. Auch die Stadt hofft, dass Eltern nicht mehr allzu lange darauf warten müssen. Schließlich hatte selbst die Stadt gehofft, den Anteil der online gestellten Anträge auf bis zu 50 Prozent steigern zu können und so auch die Bearbeitungszeit weiter verringern zu können.

„Die Düsseldorfer Maßnahmen sind aber so organisiert, dass das Jugendamt im Durchschnitt nach 20 Werktagen Bescheide erteilen und zahlen kann“, heißt es von der Stadt.