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Vierjähriger Timo: Feuer und Flamme

Vierjähriger Timo: Feuer und Flamme

Feuerwehr Stadtmitte begeistert mit ihrem Familienprogramm und spektakulären Schauübungen

Burscheid.Metallstreben am Auto zerbersten. Fett brennt mit explosionsartiger Flamme und pechschwarzer Rauchwolke. Zu ihrem Tag der offenen Tür hatte die Freiwillige Feuerwehr, Löschzug Stadtmitte, eingeladen. Schon mittags war auf dem Gelände an der Bürgermeister-Schmidt-Straße richtig viel los. Für große und kleine Besucher hatten sich die Blauröcke ein attraktives Programm ausgedacht.

„Wir haben uns vor zwei Jahren umgestellt auf Familien und deshalb gerade auch für die Kinder etwas im Angebot“, sagt Thomas Hildebrand, der stellvertretende Zugführer. Und die hatten bei der „Junior-Brandschutzanwärter-Ausbildung“, die von der Jugendfeuerwehr geleitet wurde, ihren Spaß. Fünf Stationen waren für sie aufgebaut worden. Nach getaner Arbeit wurden sie für ihren Einsatz mit einer Urkunde belohnt.

„Ja“, rief Timo (4) begeistert und warf seine Arme in die Luft, nachdem er den hölzernen Feuerwehrmann mit einem Schlauch so bespritzt hatte, dass der langsam nach hinten kippte. Ein Bobby-Car-Parcours, das Kegeln mit dem Schlauch, eine Fahrt mit dem Einsatzfahrzeug sowie die Information, welche Geräte die Feuerwehr für welchen Einsatz braucht, gehörten zu dieser „Ausbildung“ noch dazu.

Eindrucksvoll auch die Bekämpfung eines Fettbrandes. Hier wurde den Besuchern demonstriert, warum man ein solches Feuer niemals mit Wasser löschen darf: Das Wasser reißt das brennende Fett mit, es explodierte gewaltig. „Richtig ist, ein solches Feuer abzudecken“, erklärten die Experten. Die Übung, bei der unter der Überschrift „Gaffen erwünscht“ ein Jugendlicher mit Glasschneider, Schere, Spreizer und Hydraulikstempel aus einem Auto befreit werden sollte, musste allerdings verschoben werden. Denn ein realer Einsatz — schon der zweite an diesem Tag — war dazwischengekommen. „Wir müssen auch bei einem solchen Fest einsatzbereit sein“, sagte Thomas Hildebrand und machte deutlich, was die Besucher an Simulationen von Einsätzen fasziniert: „Wenn wir in ein brennendes Haus rein müssen, dann sieht ja niemand, was wir tun. Wenn aber eine eingeklemmte Person befreit wird, dann kann man miterleben, wie wir arbeiten.“

Zwei Löschfahrzeuge waren ausgestellt, Technik und Ausrüstung konnten begutachtet werden. Gleich daneben wurden Holzklötze wie beim Kinderspiel „Jenga“ aufgestapelt. Mit einem Spreizer sollten vorsichtig Klötze aus dem Turm herausgezogen werden, ohne dass er umfiel. Laure Schmulder hatte sich getraut - und war ehrlich: „Ohne Hilfe hätte ich das nicht geschafft. Es ist super anstrengend und der Spreizer erheblich schwerer, als ich dachte.“

Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Männergesangverein Metzholz, dirigiert von Niklas Genschel. Die Männer stimmten Popsongs wie etwa „Altes Fieber“ von den Toten Hosen an und ernteten reichen Beifall. Klar, dass zu einem Familienfest auch eine Hüpfburg gehörte — hier in Form eines Feuerwehrautos.

Weg wie warme Semmeln gingen die Lose, denn die Tombola versprach so attraktive Preise wie beispielsweise Restaurantgutscheine, Karten für die Kölner-Lichter oder auch einen Gasgrill.