Handball-Bundesliga: Im Februar soll das neue BHC-Team stehen

Handball-Bundesliga : Im Februar soll das neue BHC-Team stehen

Bis Mitte des Monats gilt es, noch einige Entscheidungen zu treffen. Derzeit gibt es etliche angeschlagene Spieler.

Am Donnerstag wird die Rückrunde in der Handball-Bundesliga fortgesetzt, am Samstag steigt der Bergische HC ins Geschehen ein – mit einem Auswärtsspiel beim zweifachen Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen (20.30 Uhr, SAP Arena). Wir beleuchten den aktuellen Stand der Dinge rund um die Löwen.

Macht sich der BHC die Euphorie der Weltmeisterschaft zunutze?

Der Blick auf den Vorverkauf zum Wetzlar-Spiel lässt nur ein Ja zu. 180 Karten waren am Montagabend noch verfügbar, alles deutet am 17. Februar ab 16 Uhr auf eine ausverkaufte Klingenhalle hin. Für den Verein wie die Handball-Bundesliga geht es um Nachhaltigkeit in Form von mehr Zulauf. Und da läuft es im Bergischen ohnehin gut, zum Beispiel bei der systematischen Einbindung der Sportart in Schulen. „Die WM mit ihrer Stimmung und Begeisterung für die deutsche Mannschaft war der Beleg dafür, dass Handball die zweitwichtigste Sportart in Deutschland ist“, sagt Geschäftsführer Jörg Föste.

Wie sieht die Realität beim BHC vor dem Neustart aus?

Maciej Majdzinski wird in dieser Saison aufgrund seiner schweren Knieverletzung nicht mehr spielen. Für die Rekonvaleszenten Daniel Fontaine und Csaba Szücs könnte der Neustart in Mannheim ebenso zu früh kommen wie für andere Profis aus dem engeren 18-köpfigen Kader: Linus Arnesson, Jeffrey Boomhouwer, Arnor Gunnarsson und nunmehr Leos Petrovsky haben Blessuren – selbst bei der Breite des 18-köpfigen Kaders ist dies eine Menge.

Kann man bei 21:17-Punkten den Kampf um den Klassenerhalt noch proklamieren?

Es ist normal, dass die Verantwortlichen es solange tun, bis rechnerisch nichts mehr anbrennen kann. Der BHC wird in der Liga bleiben, das deutete sich schon nach dem Top-Start mit 14:4-Punkten mehr als an. Der Verein selbst sieht sich in einer hervorragenden Ausgangsposition und weiß, noch ein paar Meter bis zum Ziel gehen zu müssen.

Was nimmt sich das Team für die Fortsetzung der Meisterschaft vor?

In der Saison 2014/15 holte der BHC 28 Punkte – allerdings waren damals sogar 19 Teams erstklassig. Die beste Platzierung sprang eine Spielzeit später mit dem zwölften Rang heraus. Beides ist in dieser Saison zu toppen. „Die Punktemarke werden wir knacken“, meint Kapitän Kristian Nippes. „Und wenn wir in der Tabelle da bleiben, wo wir jetzt sind (8.), wäre das überragend.“

Sportstadt Düsseldorf, ISS Dome, Vikings und mehr – haben diese Themen die Ruhe im Club gestört?

Der offene, sehr kritische Brief des Fanclubs „Bergische Handball Löwen“ hat bei den Verantwortlichen natürlich nicht gerade für Begeisterung gesorgt. Jörg Föste gibt sich realistisch: „Wenn man Dinge entwickelt und transportiert, hat man nicht nur Befürworter.“ Man spüre aber einen Vertrauensvorschuss und, dass Dinge mittlerweile schon anders eingeordnet werden als mit dem ersten Impuls.

Welche Personalien sind noch zu klären?

Die Verträge von Maximilian Bettin, Milan Kotrc und Bogdan Criciotoiu laufen aus und sind noch nicht verlängert. Torhüter Bastian Rutschmann soll andere Aufgaben im Verein übernehmen. Junioren-Nationalspieler Lukas Stutzke wechselt fest zum BHC, Jugend-Nationalspieler Alexander Weck wird immer stärker integriert. Mit Torhüter Tomas Mrkva (Balingen) und Rückraum-Linkshänder Ragnar Johannsson (Hüttenberg) stehen zwei Zugänge aus der 2. Liga fest. Für Mitte Februar hat die Vereinsführung in Aussicht gestellt, alle Personalien zu präsentieren – einiges sei bis dahin noch zu klären.

Auf welche Highlights darf man sich freuen?

Sicherlich stellt das finale Heimspiel im ISS Dome gegen den potenziellen Deutschen Meister SG Flensburg, nach 19 Spielen ohne Minuspunkt, einen Höhepunkt dar. Die Norddeutschen werden von vielen Fans begleitet, wollen mit einem Sonderzug anreisen. Es könnte das finale Ausrufezeichen einer Saison werden, in der man sich weiter auf jedes Spiel der Mannschaft freuen dürfe – sagt Jörg Föste.

Kann der BHC in der nächsten Saison die jetzige Rolle bestätigen?

Die zweite Spielzeit nach einem Aufstieg ist oft die schwerste. Die Erwartungen steigen, die erste Euphorie weicht ein wenig dem Alltag. Doch die Löwen sind bekanntlich kein normaler Aufsteiger. Die Hoffnung ist groß, dass sich der Saisonetat durch das Engagement Düsseldorfs merklich erhöht – und damit auch die spielerische Qualität. Für die Verantwortlichen steht die Weiterentwicklung im Mittelpunkt. In dieser Saison habe man die Hauptaufgabe gehabt, Fuß zu fassen und das Spielkonzept reifen zu lassen. Dies soll fortgesetzt werden – mit einem Kader, der in seiner wesentlichen Struktur bleibt.

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