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KFC Uerdingen will als Außenseiter bei Dynamo Dresden punkten

3. Liga : KFC Uerdingen will als Außenseiter punkten

Bei Dynamo Dresden ist der KFC Uerdingen am Samstag nur Außenseiter.

Die Favoritenrolle kann eine Bürde sein. Eine Last, die zum Sturz führt, wie man Woche für Woche irgendwo in der Welt des Fußballs immer wieder beobachten kann. Darauf gründet ja die Beliebtheit des Spiels seit jeher. Dass man nie weiß, wie es ausgeht. Das zog jahrzehntelang die Menschen an den Wochenenden in die Stadien, bis die Pandemie im März dem Unterhaltungsbetrieb das Publikum entzogen hat. Vielleicht es da jetzt gar nicht so schlecht, dass der Drittligist KFC Uerdingen am Samstag nicht vor einer stimmungsvollen Kulisse voller frenetischer Dynamo-Fans antreten muss, was die augenblickliche Stärke der Dresdner wohl noch ein wenig vergrößert hätte. Echte Heimvorteile gibt es ja derzeit nicht, klammert man das Allerheiligste einer jeden Mannschaft, die Umkleidekabine, einmal aus. Und doch wird dem KFC am Samstag niemand verübeln, wenn er sich nicht als Favorit gegenüber dem Tabellenzweiten sieht, der mit einem Heimsieg gegen die Krefelder nach der Tabellenspitze greift. Vielleicht ist es für den KFC gar nicht so verkehrt, dass die Erwartungen der Öffentlichkeit nach den vergangenen drei Spielen auf die Uerdinger bezogen gedämpft sind. So lässt es sich gemeinhin befreiter spielen, wie schon der 1954er Weltmeister-Trainer Sepp Herberger wusste: „Die Außenseiterrolle ist ein Schlüssel für die Schatzkammer unermesslicher Kräfte, die – geweckt und geschürt – Energien freisetzt, die helfen, Berge zu versetzen.“

Dresden nach vier Siegen
in Folge im Formhoch

Als Aufstiegsfavorit vieler Trainer war Dynamo Dresden in die Drittliga-Saison gestartet. Nach einem durchwachsenen Start haben sich die Sachsen nun stabilisiert, sie sind nach vier Siegen in Folge die Mannschaft der Stunde. „Dresden hat einen guten Lauf. Sie haben eine gute Kaderzusammenstellung mit Jungs, die wissen, wie Drittliga-Fußball geht“, hat KFC-Trainer Stefan Krämer beobachtet. Ein Treffer in den vergangenen drei Spielen, beim 1:2 gegen Verl. Nur ein Punkt, beim 0:0 gegen 1860 München. Die Uerdinger sind der Abstiegsregion näher gekommen. Nur noch drei Punkte Vorsprung sind es bis zu Rang 17. „Die Liga ist so eng. Man kann in guten Phasen schnell zehn Plätze gutmachen, in schlechten Phasen aber auch viele Plätze verlieren“, so Krämer. Niederlagen waren es, die nicht hätten sein müssen, wenn die Krefelder ihr Dauerthema, ihre chronische Abschlussschwäche, in den Griff bekommen hätten. Ergebnisse und Leistungen passten nicht zusammen. „Wir hätten beide Spiele auch gewinnen können. Ich habe viele gute Sachen gesehen“, urteilte Krämer.

Lange Zeit bestimmten die Krefelder das Geschehen in beiden Duellen, konnten die Überlegenheit aber nicht ausnutzen. Der Wille stimmt, doch die Waffen sind noch zu stumpf. „Wir sollten gut ins Spiel kommen, nicht zu viel Ehrfurcht haben“, meint Krämer, der mit seiner Mannschaft schon am Freitagabend in der Landeshauptstadt Sachsen nach langer Busfahrt das Quartier bezog. Der Glaube an das eigene Können müsse überwiegen: „Brust raus und an die eigenen Stärken glauben, und davon gibt es einige.“ 8:1 – so lautet die Trefferbilanz Dynamos im Vergleich dazu aus den vergangenen drei Partien. Neun Punkte sind es geworden. Die Stärken des Gegners hat Krämer auf dem Schirm: „Sie haben sechs Tore aus Standards gemacht, kaum Gegentore kassiert. Sie spielen im 3-5-2 mit guten Abläufen, haben groß gewachsene Spieler.“

Der Respekt ist nicht gespielt. Der KFC wird sich strecken müssen, um gegen Dynamo Dresden in voller Fahrt zu bestehen und zu punkten. Doch dürften die Erfahrungen der Saison auch Mut machen. Die hohe Ausgeglichenheit unter den meisten Mannschaften ist ein bestimmendes Merkmal der 3.Liga. Die Riesen sind im Verhältnis zu den anderen Klubs nicht so riesig wie in den Top-Ligen Europas, die Zwerge andersrum aber auch nicht so klein. Ein Überraschungssieg als Außenseiter – das stünde dem KFC nach den Negativerlebnissen zuletzt gut zu Gesicht.