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Abschied von Fortuna: Lumpi: Niemals geht man so ganz

Abschied von Fortuna : Lumpi: Niemals geht man so ganz

Andreas „Lumpi“ Lambertz wird am Sonntag beim Spiel gegen den FSV Frankfurt einen sehr emotionalen Abschied feiern.

Düsseldorf. Es wird kein leichter Abschied werden. Nicht für Andreas Lambertz, den alle nur „Lumpi“ nennen, noch für seine Mitspieler, Fans und Wegbegleiter. Lumpi war immer ein Synonym für Fortuna. Wo man auch war, immer wieder wurde man auf diesen Spieler und überaus sympathischen Menschen angesprochen.

Dabei ist Lumpi gar kein Strahlemann oder ein Weichgespülter. Er ist ein 30 Jahre alter Fußball-Profi mit Ecken und Kanten und nicht zuletzt eine ehrliche Haut. Er stand mit seiner Art auch immer für das Image der Fortuna. Lieber mal stolpern und wieder aufstehen, als ein abgedrehter Überflieger. Lumpi wird uns Düsseldorfern fehlen, und seine Stadt, sein Verein und seine Fans werden ihm fehlen. In unserer Zeitung kommt er mit ein paar persönlichen Anmerkungen noch einmal selbst zu Wort.

Herr Lambertz, war die Bundesliga das Größte in Ihrer Fußball-Karriere?

Lambertz: Wenn ich das so Revue passieren lasse, war die Relegation zur Bundesliga das Highlight. Wir liegen in Berlin hinten, drehen das Spiel und gewinnen. Da bekomme ich heute noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Und im Rückspiel hatte ich noch nicht einmal den Ball berührt, da schießt der Maxi (Beister) aus 25 Metern ein, und da dachte ich, das Ding ist sicher. Was danach und drumherum passiert ist in Sachen Platzsturm und Verlängerung vor dem DFB-Gericht — dafür konnten wir nichts. Wir hatten es sportlich geschafft. Das war der absolute Hammer. Was dann noch in der Bundesliga lief, das war so geil. Über das Spiel in München brauchen wir gar nicht zu reden. Da hast du eigentlich keine Chance, liegst zweimal in Führung und fährst dann völlig enttäuscht nach Hause, weil du nicht gewonnen hast. Und wenn man zurückblickt, wie einfach es gewesen wäre, in der Bundesliga zu bleiben. Aber wir können es nicht mehr ändern . . .

Dann kommt doch noch der Stolz auf das Erreichte . . .

Lambertz: Wenn man dann zu den Anfängen zurückblickt, hätte man damals nicht unbedingt annehmen können, dass ich irgendwann mal in der Bundesliga spielen würde. Das war schon großartig. Und die vergangenen anderthalb Jahre mit eher leidvollen Erinnerungen spielen dann irgendwann im Rückblick auf meine Karriere keine Rolle mehr.

Hat es Sie manchmal geärgert, wie Sie als Spieler gesehen wurden?

Lambertz: Es war schon bitter, bei den Medien in einer Schublade zu sein, was die Fehlpass-Quote angeht. Egal was passiert war, wenn ich einen Ball nicht an den Mitspieler gebracht habe, war ich wieder einmal der Fehlpass-König. Ich weiß mich aber genau selbst einzuschätzen.

Wie schwer fällt am Sonntag der Abschied?

Lambertz: Ich hab jetzt schon etwas länger mit dem Thema abgeschlossen. Aber am Sonntag wird es noch einmal böse. Die Tränen werde ich dann sicher nicht zurückhalten können.