Bei 5:2-Sieg in Rostock Hoffmann haut verbal dazwischen

Düsseldorf · Andre Hoffmann ist seit dieser Saison Kapitän von Fortuna Düsseldorf – Trainer Daniel Thioune hat ihn im vergangenen Sommer mit dieser Aufgabe betraut. Dabei geht es um weit mehr, als vor einem Spiel die Wimpel mit dem gegnerischen Spielführer zu tauschen oder sich für eine Seite zu entscheiden.

 Fortunas Kapitän Andre Hoffmann (r.) im Duell mit dem Heidenheimer Florian Pick.

Fortunas Kapitän Andre Hoffmann (r.) im Duell mit dem Heidenheimer Florian Pick.

Foto: dpa/Roland Weihrauch

Bei seiner Inthronisierung bekundete der Innenverteidiger: „Es erfüllt mich mit Stolz, die Mannschaft dieser fantastischen Stadt als Kapitän aufs Feld führen zu dürfen.“

Und in Rostock hat er am vergangenen Wochenende auf großer Bühne vorgeführt, wie er seine Rolle interpretiert. Beim 5:2-Auswärtssieg gegen die abstiegsgefährdeten Ostseestädter haben die Düsseldorfer fast eine Stunde eine nahezu perfekte Partie abgeliefert. Aber von wegen Friede, Freude, Eierkuchen. Zwischendurch qualmte es gewaltig auf dem Rasen im Ostseestadion.

Denn Kapitän Hoffmann haute mehrere Male ordentlich verbal dazwischen. Weil ihm einige Aktionen seiner Mitspieler nicht gefallen hatten, nahm er sich die Kollegen kurzerhand zur Brust. Besonders zwei Fortunen bekamen dabei lautstark ihr Fett weg – und so lieferte sich Hoffmann mit Felix Klaus und Matthias Zimmerman einige Wortgefechte. Angesprochen darauf in der Mixed Zone relativierte der 29-Jährige die Szene und sagte: „Vielleicht sind es die Momente, die entscheiden, ob man das 5:2 macht oder noch das 4:3 kassiert. Was los gewesen wäre, wenn wir in Rostock noch das dritte Tor geschluckt hätten, will ich mir gar nicht ausmalen. Es geht immer nur um die Sache. Wir haben uns nach dem Spiel wieder in den Arm genommen und es ist vom Tisch.“

Und weiter: „Es geht darum aufzuwecken. Mit der zweiten Halbzeit hatten wir so einen kleinen Schlendrian in unserem Spiel, da hatten wir innerhalb von fünf Minuten drei, vier Fehlpässe und haben Rostock so eingeladen. Ich habe schon einmal 3:0 in dieser Liga geführt. Da wissen wir alle, wie das Spiel ausgegangen ist. Das wollte ich diesmal unter allen Umständen vermeiden.“ Gemeint war damit die Partie beim SSV Jahn Regensburg im Februar 2018, als die Düsseldorfer die von Hoffmann angesprochene 3:0-Führung noch aus der Hand gaben und die Partie mit 3:4 verloren.

Trainer Thioune ist zufrieden mit der Interpretation der Aufgabe von Hoffmann in diesem Spiel. „Bis fünf Minuten vor dem Spiel kann ich noch Einfluss nehmen auf die Mannschaft, danach erst wieder in der Pause das nächste Mal. Auf dem Platz müssen die Spieler Verantwortung übernehmen“, sagt der 48-Jährige. „Er kann gerne auch bei einem 3:0 für uns dem einen oder anderen in den Hintern treten, wenn er sich nicht mehr entsprechend bewegt. Es zeigt, dass Andre noch nicht fertig ist und nach der Enttäuschung gegen Heidenheim gezeigt hat, dass wir was wollen – und er insbesondere.“